Wie unterscheiden sich eigentlich Gleitsichtgläser?

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Gerade wenn es um das Thema Gleitsichtgläser geht, sind viele Menschen verunsichert.

Man hört, Gleitsichtgläser sind teuer und bereiten einem Unwohlsein…
Man hört es gibt riesen Preisunterschiede bei Gleitsichtläsern…
Es sind doch aber alles Gleitsichtgläser…

Das ist nun, als ob man einfach nur Autos miteinander vergleicht, oder Schuhe, oder Handys…
Die Leistung, das Design, die Ausführung der jeweiligen Produkte können so sehr differieren, dass selbstverständlich auch die Preise der zu vergleichenden Produkte extrem variieren.
Bei einem Auto liegen gerne mal 30 bis 50 Tausend Euro dazwischen, obwohl doch sowohl das eine, als auch das andere einen irgendwie ans Ziel bringt.
Bei Schuhen liegen durchaus mal 200 bis 500 Euro dazwischen, obwohl es sich bei beiden Schuhen z.B. um schwarze Stiefel handelt.

Deshalb möchten wir heute die Unterschiede der Gleitsichtgläser beleuchten und Ihnen so näher bringen, weshalb sich die Investition in ein gutes Brillenglas lohnt.

Wo genau liegen die Unterschiede zwischen den einfachen und den Premium Gleitsichtgläsern?

Ein Gleitsichtglas hat, bedingt durch den Stärkenverlauf von Ferne bis Nähe, im Randbereich eine unscharfe Zone. In diesem Bereich liefert das Brillenglas keine optimale Abbildung.
Genau in diesen Randzonen unterscheiden sich die Qualitätsstufen der unterschiedlichen Gleitsichtglastypen.
Je hochwertiger ein Glas, desto kleiner der unscharfe Randbereich, desto größer der nutzbare Bereich für den Kunden.
Zusätzlich gibt es große Unterschiede im „Verlauf“ zwischen Ferne und Nähe.
Der kann zum einen sehr abrupt und „holperig“ sein, oder aber im besseren Fall sanft gleitend.
Natürlich gehen Komfort und die spontane Eingewöhnung mit den größeren Sehbereichen und dem weichen Übergang der unterschiedlichen Entfernungen einher.

Einfachere „Glasdesigns“ sind mit weitaus weniger Aufwand zu berechnen und anzufertigen und sind daher auch günstiger im Preis.

Ein ganz individuell berechnetes Gleitsichtglas, welches erst durch die Angabe vieler persönlicher Parameter des Kunden hergestellt wird, ist natürlich im nutzbaren Bereich am größten und deshalb auch am komfortabelsten.
Diese Gläser kann man mit dem Komfort eines maßgeschneiderten Anzuges vergleichen – sitzt und passt auf Anhieb!
Selbstverständlich ist der Kostenaufwand hierfür höher. Das leuchtet ein.
Achtung: Bei Gleitsichtgläsern nie „Äpfel mit Birnen“ vergleichen.


Welches Glasdesign letztendlich ausgewählt wird hängt vom Sehanspruch, den persönlichen Gewohnheiten und natürlich auch vom Qualitätsanspruch jedes einzelnen ab.

Unserer Meinung nach macht die Investition in ein Premiumglas der neuesten Generation auf jeden Fall Sinn, denn wenn Sie überlegen, wie viele Stunden Sie Ihre Brille in den unterschiedlichsten Situationen tragen, sollten Sie Ihren Augen den größtmöglichen Komfort gönnen und unnötigen Sehstress vermeiden.

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Autor: Kay Dollt

Als Augenoptikermeister ist er seit 5 Jahren Mitglied im Optiker Schütz Team. Außer um die Webpräsenz und die Blogberichte kümmert er sich natürlich um sämtliche Belange unserer Kunden rund um die Kontaktlinse und Brille. Was er mag: www - und alles was damit zu tun hat Was er überhaupt nicht mag: Wenn wider Erwarten unsere "Jura" streikt...

Dieser Artikel hat 3 Kommentare

  1. Schiemer on 29. Dezember 2016 at 14:58 Antworten

    Hallo Rudi, habe Deinen Beitrag gelesen. Leider habe ich diese Erfahrung auch machen müssen.
    In meinem Berufsleben als Lkw Fahrer und auch Selbstfahrer-Unternehmer war mir sehr daran gelegen, einen guten Durchblick zu haben. Ich habe einiges ausprobiert, Kassenbrillen mit Kunststoffgestell, eine Brille für Sommer (Sonnenbrille)als Fernbrille, eine für Nahbereich um Straßenkarten besser lesen zu können. Eine extra Lesebrille usw.
    Irgendwann vor ca. 2 Jahren, kurz vor Rentenbeginn habe ich mir überlegt, was brauchst Du überhaupt ?. Dann habe ich mich für eine Gleitsichtbrille entschieden. Eine nur für Sonne und eine zu jedem Tagesbereich, die auch bei Tunnelfahrten besser sind. Nun habe ich vor 6 Monaten eine Gleitsichtbrille mit Selbstönung, gekauft.
    Irgendwie empfand ich etwas anders als vorher. Woran das liegt kann ich bis heute nicht genau sagen. Jedenfalls habe ich vor ca. 3 Monaten ein anderes Optikergeschäft aufgesucht um herauszufinden, ob die Sehstärkemessung vor 6 Monaten richtig war. Es könnte ja sein, das der Optiker vielleicht nicht genau gemessen hat, aus welchen Gründen auch immer.
    Siehe da, es wurden andere Werte gemessen, die Messung hat auch länger gedauert und es wurde nicht per Computer und Fernsehschirm gemessen. (man steht im Raum an einer Linie in einer gewissen Entfernung zum Bildschirm an einer Wand. Man sieht sein Gesicht und auf Höhe der Augen einen roten Strich, der den Augenabstand usw. misst)
    Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass man sich Zeit nimmt um den besten Wert zu ermitteln. Ich habe keine Brille dort sofort gekauft.
    Vor 2 Tagen ging ich wieder in dieses Geschäft und wollte wissen, wer diese Person war, die mich so gut bedient hat. Leider konnte mir niemand sagen, wer das war, auch die Handschrift auf der die gemessenen Werte standen, konnte nbiemand zuordnen.
    Dann habe ich erfahren, daß es bei Optikerketten, wie Fielmann, Pro Optik, Appollo usw. dies öfters vorkommen kann.
    Auch die Vorlagen, die ich als Kunde für die Auswahl an Sehbereichen vorgelegt bekam, ist unterschiedlich.
    Pro Optik hat inzwischen 6 Sehbereiche,von Standard bis…?. Fielmann hat nur drei, (Einstieg,Qualitätsgläser von Carl Zeiss Vision, RO u.a. und Premiumgläser von Zeiss, Rodenstock u.a)
    Was soll das alles, wie soll man sich hier entscheiden ?. Den untersten Bereich bis 2. oder 3. Bereich kann man in der Praxis doch gar nicht feststellen ?.
    Jetzt hat mir ein Verkäufer von Fielmann erklärt, ich hätte keine Markengläser in meiner Brille.
    Sein Argument, wenn keine Gravur im Glas, dann kein Markenglas !!!. Ich habe auch keinen Brillenpass bekommen, wo so etwas vielleicht drin stehen sollte. Sondern auf meine Nachfrage nur eine Art Visitenkarte mit Kaufdatum, Name und Sehstärke.
    Eine Nachfrage im Pro Optik-Geschäft ergab, daß ich Brillengläser von „Pentax-Classic P3“ hätte und sehr wohl ein Markenglas sei.
    Ist es wirklich so, daß alle Markengläser eine sichtbare Gravur haben oder nicht ?.
    Oder gibt es Markengläser mit weniger guten Eigenschaften, wie bei „Sonderaktionen“ bei Pro Optik, Fielmann hätte so etwas nicht.
    Was ist eigentlich auf diesem Markt alles möglich und wie wird man, bei was, über den Tisch gezogen ?.

    H.S. aus Schwetzingen

    • Sebastian Gaertner on 2. Januar 2017 at 11:29 Antworten

      Guten Morgen Herr Schiemer,
      es stimmt schon das die meisten, großen, Glashersteller (Zeiss, Rodenstock etc.) meist eine Gravur im Glas haben und die Echtheit der Gläser nachzuweisen und die damit verbunde Qualität. Diese großen Glashersteller haben auch meist eine günstigere „Angebotslinie“. Hier sind die Gläser oft im Bezug auf Oberflächenvergütung, also Hartschicht und Entspiegelung, einfach qualitativ nicht so gut. Auch ist es bei der Firma Zeiss zum Beispiel so, dass sie bei den Markengläsern die 100%ige Klarheit des Glases garantiert. Unsere Kunden merken auch gerade in diesem Bezug, den Unterschied im generellen Sehen und im Kontrastsehen.
      Welche Gläser die Optikerketten wie Pro Optik oder Fielmann in Ihren Sonderaktionen nutzt kann ich leider nicht beurteilen.

  2. Rudi on 8. August 2015 at 14:12 Antworten

    Hallo Herr Dollt, bisher gehörte ich auch zu den Leuten die von Gleitsichtbrillen abgeschreckt wurden, weil ich das Gefühl hatte, dass einem die Optiker usw. nicht korrekt informieren. Ihr Beitrag hat mir nun schon einmal sehr gut gefallen. Gibt es vielleicht Bücher oder sonstige Publikationen wo man dies noch genauer nachlesen kann. Vor dem Kauf einer Gleitsichtbrille würde ich dies schon gerne detailliert nachlesen. Zum einen weil es ja schon um einen beträchtlichen Geldbetrag geht (den ich aber investieren möchte, wenn ich tatsächlich ein gutes Werk dafür erhalte), zum anderen weil ich bei Optikern auch immer das Gefühl habe, dass man nur eine 08/15-Beratung von ihnen erhält, sobald sie merken, dass man sich nicht so genau auskennt. Vielleicht können Sie mir auch gute Optiker in meiner Heimatstadt Frankfurt am Main oder ggf. an meinem Arbeitsort, Heusenstamm, empfehlen. Gerne auch per E-Mail, denn ich möchte natürlich auf keinen Fall, dass sie Ärger bekommen, wenn sie eine solche Empfehlung aussprechen. Aber zumindest in Frankfurt am Main habe ich was die Optiker-Beratung in meinem Leben (bin 58 Jahre) nur einmal gute Erfahrungen gemacht…und der junge Mann, der dies exzellent machte und sich viel Zeit für mich nahm, war schon bei meinem nächsten Besuch nicht mehr in dem Geschäft angestellt.

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