Werden wir nachts wirklich kurzsichtiger? Ist eine Brille zum Autofahren sinnvoll?

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Seit Anfang meiner Ausbildungszeit habe ich in der Schule beigebracht bekommen, dass die Menschen in der Nacht kurzsichtiger werden. Meist um einen Wert zwischen 0,25 und 0,5 Dioptrien. Grund für diese Erscheinung sind die auftretenden Abbildungsfehler, die eine große Pupillenöffnung erzeugen.

In der vergangenen Ausgabe einer unserer Fachzeitschriften kam nun eine Studie zu diesem Thema. Eine Reihe von Probanden wurde sowohl bei Dunkelheit als auch in hellem Licht vermessen.

Ergebnis war, dass sich die Sehstärke der meisten Probanten bei Nacht kaum verändert hat. Manche gingen in Richtung Kurzsichtigkeit, aber fast genauso viele in Richtung Weitsichtigkeit.

Es ist also gar nicht so pauschal zu sagen, wie mir das frührer beigebracht wurde.

Das Ergebnis dieser Studie bestätigt unsere persönliche Erfahrung. Seit wir unsere Kunden mit dem i.Profiler Messcomputer messen können wir die Sehstärke sowohl bei großer als auch bei kleiner Pupille ermitteln. Neben diversen anderen aufschlussreichen Messergebnissen können wir deshalb auch feststellen, ob unser Kunde in der Nacht eventuell eine andere Sehstärke benötigt als am Tag.

Macht nun eine spezielle Brille für das Autofahren bei Nacht sinn?

In vielen Fällen hilft schon das Feintuning der Brillengläser, also die i.Scription Optimierung von Carl Zeiss. Die mit dem i.Profiler gemessenen Werte werden mit in die Brillenglaskorrektion eingerechnet. Die resultierenden Sehstärken bieten sowohl während des Tages, als auch in der Nacht ein bestmögliches Bild.

In einzelnen Fällen sind die Abweichungen bei unterschiedlicher Pupille so „groß“ dass eine separate Brille durchaus empfehlenswert ist.

Stellen wir dies fest, haben wir auch hier die Möglichkeit die Nachtsituation zu simulieren. Der Kunde wird einige Minuten in den abgedunkelten Prüfraum gesetzt, um sich an die Lichtverhältnisse zu gewöhnen. Anhand spezieller Teste kann anschließend die exakte Sehstärke ermittelt werden.

Dies ist eine etwas aufwendigere Prozedur, die wir nicht automatisch bei jedem Kunden durchführen. Auf Grund der Messwerte des i.Profilers können wir sehr gut sehen, ob dieser zusätzliche Messschritt auch wirklich sinnvoll ist und dann auch zu einem besseren Ergebnis führt.

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Autor: Kay Dollt

Als Augenoptikermeister ist er seit 5 Jahren Mitglied im Optiker Schütz Team. Außer um die Webpräsenz und die Blogberichte kümmert er sich natürlich um sämtliche Belange unserer Kunden rund um die Kontaktlinse und Brille. Was er mag: www - und alles was damit zu tun hat Was er überhaupt nicht mag: Wenn wider Erwarten unsere "Jura" streikt...

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