Was ist eine Winkelfehlsichtigkeit ?

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Des öfteren werden wir in Beratungsgesprächen gefragt, was eine so genannte Winkelfehlsichtigkeit ist. Einige Kunden schnappen dieses Wort beim Augenarzt oder Freundeskreis auf und fragen sich danach, was es bedeutet.

Was muss man sich unter einer Winkelfehlsichtigkeit vorstellen?

Liegt bei Ihnen eine Winkelfehlsichtigkeit vor, dann hat Ihr Augenpaar die Tendenz nicht gerade aus zu sehen, sondern leicht abzudriften. Im hier gezeigten Beispiel zeigen die Sehachsen nicht gerade nach vorn, sondern driften nach innen ab. Ebenfalls gibt es die Varianten dass die Augen nach außen tendieren, oder einen Unterschied in der Höhe haben.

Im Volksmund ist dieses Phänomen wohl eher als Schielen bekannt. Im Gegensatz zum Schielen, ist eine Winkelfehlsichtigkeit nicht sichtbar.

Wieso ist eine Winkelfehlsichtigkeit von außen nicht sichtbar?

Liegt eine solche „Fehlstellung“ vor, erhält das Gehirn von den beiden Augen unterschiedliche Bilder geliefert und produziert ein Doppelbild. Um diesen Effekt zu unterdrücken werden die Augenmuskel angewiesen, diese Stellung auszugleichen.

In unserem Beispiel würden die äußeren Muskeln stärker ziehen, um das Augenpaar wieder nach außen zu lenken.

Beim Schielen funktioniert das nicht, da meist die Verdrehung der Augen zu stark ist. Daher ist das Schielen von außen erkennbar, hingegen die Winkelfehlsichtigkeit nicht zu sehen.

Welche Auswirkungen hat eine solche „Fehlstellung“ für Sie?

Die Bewegungsmuskeln der Augen sind permanent unter Anspannung. Das hat meist sogenannte asthenopische Beschwerden (Kopfschmerzen, Augentränen, Druckgefühl) zur Folge.

Kleine Anekdote am Rande: Viele Menschen haben eine kleine Winkelfehlsichtigkeit. Mit einem Bierchen zu viel intus, verlieren die Augenmuskeln die Anspannung. Die Augen rollen somit in ihre Ruheposition und hat ein Doppelbild zur Folge. Daher kommt die Redewendung, im Rausch doppelt zu sehen.

Wie erreicht man ein angenehmes, entspanntes Sehgefühl?

Um den Augen diesen minimalen Stellungsfehler zu erlauben, gibt es so genannte Prismen. Ein Prisma kann einen Lichtstrahl in eine andere Richtung lenken. Wir können somit dafür sorgen, dass sich nicht die Augen in Richtung Licht bewegen müssen, sondern das Licht zum Auge gelangt. Dies geschieht dann ohne Anstrengung der Augenmuskeln.

Wenn die Winkelfehlsichtigkeit durch ein Prisma korrigiert ist, erkennt man dann ein Schielen?

Da durch das Prisma ihr Augenpaar in die „Ruheposition“ gehen kann, ist bei absolut genauem hinsehen eine leichte Fehlstellung der Augen erkennbar. Da dies meistens extrem geringe Ausmaße hat, fällt es im Alltag überhaupt nicht auf.

Sollten Sie am Ende eines Tages häufig mit Kopfschmerzen, Mattigkeit und Ähnlichem kämpfen, liegt vielleicht eine Winkelfehlsichtigkeit vor. In diesem Falle können wir Ihnen eine gründliche Seh Analyse durch den Augenoptiker nur empfehlen. (Parallel müssen die Augen auch vom Augenarzt medizinisch untersucht werden.)

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Autor: Kay Dollt

Als Augenoptikermeister ist er seit 5 Jahren Mitglied im Optiker Schütz Team. Außer um die Webpräsenz und die Blogberichte kümmert er sich natürlich um sämtliche Belange unserer Kunden rund um die Kontaktlinse und Brille. Was er mag: www - und alles was damit zu tun hat Was er überhaupt nicht mag: Wenn wider Erwarten unsere "Jura" streikt...

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