Warum für die Refraktion die Messbrille so wichtig ist

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Messbrille gegen Phoropter
Die Refraktion ist die Bestimmung der Augenwerte, bzw. der Brillenglasstärke.

Die Refraktion kann mit dem Phoropter oder der Messbrille durchgeführt werden.

Der Phoropter ist ein starres Gerät, welches per Schwenkarm vor dem Gesicht des Kunden fixiert wird. Der Kunde blickt durch 2 Öffnungen auf die Sehtesttafel. In diesem Gerät sind alle erdenklichen Glaskombinationen einstellbar.

Dieser Apparat ermöglicht ein bequemes und schnelles Ermitteln der Werte. Es wird rasch zwischen verschiedenen Linsen hin- und hergeschaltet. Dies hat jedoch seine Grenzen wenn hohe Genauigkeit gefragt ist.
Aufgrund der tunnelartigen Sehanordnung, der starren Haltung hinter dem Gerät, sowie der fehlenden individuellen Einstellbarkeit kann ein erstklassiges Ergebnis NICHT erreicht werden.

Die Messbrille hat den großen Vorteil, dass sie sich den Kopfbewegungen des Kunden anpasst. So hat er Bewegungsfreiheit während der ganzen Messung. Die Vorraussetzung für ein natürliches Sehen mit Brille ist erfüllt.

Gerade beim Blick in die Nähe finden Kopfbewegungen, bzw. -senkungen statt.

Sowohl beim Lesen am Schreibtisch als auch beim Lesen im Sessel ist der Kopf nach unten geneigt. Deshalb ist gerade für die Ermittlung der Nah- und Zwischenstärken Messbrille perfekt geeignet.

Ein weiterer Vorteil der Messbrille ist die individuelle Anpassbarkeit. Der so genannte Hornhautscheitelabstand oder auch die Tatsache der unterschiedlich hohen Augen kann bei der Messbrille berücksichtigt und entsprechend eingestellt werden. Daher ist es uns möglich, die Gläser optimal vor dem Kundenauge zu platzieren und ihm so „freie“, uneingeschränkte Sicht nach vorne zu bieten.

Ferner ist es in speziellen Fällen durch die Messbrille möglich, mit dem Kunden nicht nur im eingeschränkten Refraktionsraum, sondern „vor dem Laden“, also unter authentischen Bedingungen, nochmals einen „Feinabgleich“ vorzunehmen.

Da insbesondere Gleitsichtgläser der neuesten Generation hochmoderne Entwicklungen sind, ist für den Seherfolg mit diesen Gläsern eine exakt und individuell gemessene Brillenstärke unabdingbar.

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Autor: Kay Dollt

Als Augenoptikermeister ist er seit 5 Jahren Mitglied im Optiker Schütz Team. Außer um die Webpräsenz und die Blogberichte kümmert er sich natürlich um sämtliche Belange unserer Kunden rund um die Kontaktlinse und Brille. Was er mag: www - und alles was damit zu tun hat Was er überhaupt nicht mag: Wenn wider Erwarten unsere "Jura" streikt...

Dieser Artikel hat 4 Kommentare

  1. Bimmer on 11. Dezember 2012 at 00:04 Antworten

    Schon das der Phoropter dazu verführt die Gläser zu schnell durch zu wechseln ist ein äußerst großer Nachteil. Das man als guter Optiker den Kreuzzyl. nicht rechtwinklig genug vorhalten kann ist schmarn.
    5 Minuten Messung > Phoropter
    gute Messung > Messbrille

  2. Augenoptikermeister on 15. August 2011 at 20:20 Antworten

    Hallo Herr Kollege,
    Zu ihrem 1.Satz nur nebenbei: man kann auch ohne Webseite reagieren – eine Email Adresse habe ich angegeben, sonst wäre mein Text bei Ihnen nicht angekommen (mehr sollte man im Internet nicht plazieren). Alles klar soweit ?
    Wer sagt, daß die Probiergläser exakt vor den Augen platziert sein müssen? Das wird weder mit dem Phoropter noch mit der Meßbrille erreicht, ganz abgesehen vom Gläserstapel in so mancher Probierbrille.
    Das Prinzip der Augenglasbestimmung besteht darin, daß der Klient möglichst kurzfristig hintereinander zwischen zwei Seheindrücken (dem schlechten und weniger schlechten) unterscheidet. Benutzt man die Probierbrille, vergeht beim Glaswechsel zuviel Zeit. Möchte man Zeit sparen, wächst der Probiergläserstapel. Weitere Argumente erspare ich mir, ich möchte den Blog nicht sprengen.
    Einen gut gemeinten Rat zum Schluß kann ich mir doch nicht verkneifen:
    Nehmen Sie nicht alles für bare Münze, was auf den diversen Fachschulen an Lehrmeinungen mit auf den Weg gegeben wird. Wenn ich an meine Zeit auf der Meisterschule oder in Lehrgängen zurückdenke, so kann ich auch heute noch über so manchen Schwachsinn nur den Kopf schütteln und andererseits dankbar sein, mit Praktikern wie einen Herrn Huppertz als Dozenten zusammen gekommen zu sein . Es wird in der Augenoptik – wie in allen Branchen – viel Unsinn erzählt (Glashersteller, ZVA, WVAO usw). Wichtig ist, daß man sich informiert. Wichtiger aber, daß mein seinen eigenen Verstand gebraucht.

  3. Augenoptikermeister on 5. August 2011 at 17:34 Antworten

    Bei der klassischen Refraktion (Ermittlung der Fernkorrektion) ist der Phoropter der Meßbrille überlegen. Denken Sie allein an die Kreuzzylindermethode. Hier soll dem Kunden klar definierte Wendelagen angeboten werden. Der Kunde entscheidet in jeder Phase immer zwischen einem mehr und einem weniger schlechten Seheindruck. Die 45° Stellung! beim Achsabgleich kriegen Sie freihändig d.h. mit Probierbrille nie so hin wie mit dem „starren“ Phoropter. Hab ich die bestmöglichen=subjektive Fern-Meßwerte, gehr ich natürlich mit der Probierbrille in die Nah- und Zwischenbereiche, nicht aber vor den Laden! Was soll mir der Kunde mit einer gerade aufgesetzten, nicht 100%ig zentrierte Probierbrille und kleinen, runden Standardgläser für wertvolle Auskünfte geben? Selbst wenn er spontan begeistert ist, ist das noch keine Garantie, daß er es bei der endgültigen Brille auch ist. Und was, wenn er klagt? Geht es dann wieder auf den Refraktionstuhl oder halten Sie die Gläser schon griffbereit, womöglich das nächste Straßenschild als Sehzeichen im Visier? Etwas anderes ist der Sachverhalt natürlich im Bereich 6 mtr. bis Leseentfernung, oder auch z.B bei Sportschützen: hier ist die Probierbrille eindeutig im Vorteil. Aber erst nachdem die Phoropter-Fernwerte gegeben sind. Abschließend: Ob ein Klient schlußendlich ein höchstwertige Gleitsicht- oder das aller simpelste Billigglas erhält, ist für eine Sehschärfenermittlung ohne Belang.

    • Kay Dollt on 8. August 2011 at 16:15 Antworten

      Hallo Herr Kollege,

      ich bin gespannt, ob Sie auf meine Antwort reagieren, da Sie ja keine richtige E-Mailadresse oder Webseite hinterlassen haben.
      Natürlich haben Sie Recht, dass es sehr wichtig ist, die Gläser exakt vor den Augen zu platzieren. Dies gilt jedoch genauso für die Arbeit mit dem Phoropter. Hier muss sicher gestellt sein, dass der Kunde immer im exakt gleichen Winkel hinter dem Gerät sitzt und sich nicht bewegt.
      Da Sie Ihre Kunden sicherlich nicht festbinden, wird es auch bei der Methode des Phoropters sicherlich Abweichungen zwischen dem Traumzustand und der Realität geben.

      Alle unserer Meister haben auf den diversen Fachschulen die Lehrmeinung mit auf den Weg bekommen, dass eine Refraktion mit der Messbrille die genauere ist.

      Wir für unser Geschäft bleiben also dabei, aber natürlich können Sie dies in Ihrem Geschäft handhaben wie es Ihnen beliebt.

      Viele Grüße an Mr. Anonym.

      Kay Dollt

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