Verschiedene Arten von Kontaktlinsen mit Zylinder
Kay Dollt am 27. März 2009 um 13:54Um ein perfektes Sehen zu gewährleisten, müssen torische Kontaktlinsen in der richtigen Richtung auf dem Auge sitzen. Drehen sich die Kontaktlinsen zu stark, passt die Stärke und somit auch die Sehleistung nicht mehr.
Wir hatten bereits die beiden Möglichkeiten erklärt, mit denen man eine torische Kontaktlinse in richtige Position bringen kann.
Heute möchten wir hier einige Bilder nachreichen, welche die Situation nochmals verdeutlichen.
Klassisch wird ein sogenannter Prismenballast verwendet. Die Kontaktlinse wird im unteren Bereich etwas dicker produziert. Aufgrund der Schwerkraft zieht es diesen dickeren Bereich nach unten – die Kontaktlinse hat die richtige Lage auf dem Auge.


Problematisch bei Kontaktlinsen mit Prismenballast sind starke Lidschläge, sowie das Drehen des Kopfes wie z.B. beim Liegen. Hier wirkt ebenfalls die natürliche Schwerkraft und zieht den dickeren Teil in Richtung des Bodens. Die richtige Position der Linse ist nicht mehr gegeben, und somit führt ein solch instabiler Sitz zu einer unklaren Sicht.
Die dynamische Stabilisierung wurde von Johnson&Johnson stärker ausgeklügelt und mit einer neuen Technologie auf den Markt gebracht. Sie nennt sich dort ASD Technologie.
Hierbei ist die Kontaktlinse im oberen und unteren Bereich etwas dünner. Durch die natürlichen Druckverhältnisse des Lides beim Lidschlag dreht sich die Kontaktlinse dabei automatisch in die richtige Position.
Vorteil dieser Methode ist ganz klar, dass die oben beschriebenen Auswirkungen der Prismenballastlinse nicht auftreten. Auch bei kräftigen Lidschlägen, sowie einem gedrehten Kopf bleibt die Kontaktlinse in der richtigen Position.


Mit torischen Kontaktlinsen dieser Technologie arbeiten wir sehr gern, da es in den meisten Fällen hervoragend funktioniert. Einzige Ausnahme ist eine sehr große Lidspalte. Wenn die Kontaktlinse zu wenig von den Lidern bedeckt ist können die Druckverhältnisse beim Lidschlag nicht die erwünschte Wirkung erzielen. Hier müssen wir dann auf ein System mit Prismenballast ausweichen.





28. März 2009 um 12:36
Die Bilder gefallen mir richtig gut. Da ist es leicht zu verstehen, was du damit meinst.
28. März 2009 um 12:38
Das freut mich
03. August 2009 um 23:08
Hallo,
dies ist ein sehr interessanter Artikel. Ich habe schon mehrere teure Kontaktlinsenanpassungen, die jeweils von Spezialisten durchgeführt wurden, hinter mir. Ich besitze eine starke Hornhautverkrümmung und konnte weder weiche noch harte Kontaktlinsen tragen, da ich nur sehr verschwommen sehen konnte. Dies lag daran, dass sich die Kontaktlinse nicht stabilisierte und nach jedem Lidschlag unterschiedlichst verdrehte (mit einem Unterschied von bis zu 20 ° zur gewünschten Position meinte der Kontaktlinsenanpasser). Der Spezialist konnte mir nicht sagen, woran das liegt und wusste nicht was man gegen das Drehen tun könnte und brach die Anpassung schließlich ab.
Ich habe von einer Stabilisierung der Kontaktlinse bis jetzt noch nichts gehört, aber finde, dass es sich sehr interessant anhört. Da ich in Berlin wohne ist es leider nicht möglich mich bei Ihnen persönlich beraten zu lassen. Können sie mir vielleicht Kontaktlinsenspezialisten in Berlin und Umgebung empfehlen, die damit schon Erfahrung haben oder mir einen Tipp geben, wo ich mehr Informationen zu diesem Thema erhalte? Ich bedanke mich im voraus.
Viele Grüße, Daniela
03. August 2009 um 23:53
Sie haben Post *PING*
18. November 2009 um 11:41
Hallo Kay Dollt,
vielleicht kannst du (oder ihr) mir weiterhelfen. Ich habe nun einige Monatslinsen ausprobiert, aber immer wieder Probleme mit der Schärfe. Zur Information. Ich trage nur links eine Kontaktlinse, weil ich auf dem rechten Auge fast nichts sehe.
Meine Werte:
Sphäre: +3,75 (Brille +4,25)
Cylinder: -2,50
Achse: 67
Zunächst hat der Optiker mir Monatslinsen bestellt (mit den Werten: +3,75 // -2,25 // 70° -er meinte die leichten Abweichungen würden nichts ausmachen). Ich konnte aber nur scharf sehen, wenn ich nach links oben geguckt oder den kopf gedreht habe. 60° wurde noch schlechter.
Zuletzt habe ich nun folgende Jahres-Linse bekommen:
Hydrasoft ToricXW +3,75 // -2,25 // 65°.
(-Eigentlich wollte ich eine andere Linse haben, die genau meinen Werten entspricht… wie z.b.
Jenalens MS 60 TP lite)
Nun kann ich nur scharf sehen, wenn ich mit dem Finger ganz leicht auf mein unteres Augenlid (fast mittig -etwas nach rechts -also zur Nase hin) drücke! Hat die Linse nicht die richtige “Haftung” oder liegt es an den Werten? Ich probriere nun schon seit August aus. Am liebsten würde ich den Optiker wechseln, -weiß aber nicht ob das ganze an deren Kompetenz oder an meinen Augen liegt
Ich würde mich freuen, wenn ihr mir einen Tipp geben könntet. Würde mich gerne von euch persönlich beraten lassen, aber ich komme leider aus Solingen
Vielen Dank im Voraus! Liebe Grüße
19. November 2009 um 10:46
Hallo Sonja,
zu erst muss ich auch dir sagen, dass es ohne deine Augen zu kennen reine Mutmaßungen sind. Generell kann man aber sagen, dass ein hoher Zylinder wie du ihn trägst mit weichen Linsen schwieriger zu korrigieren ist.
Die Kontaktlinsen, aber auch die Brille darf nicht stark verdrehen, sonst wird das Sehen schnell schlechter. Nun ist das mit dem Brillenglas vor dem Auge sehr einfach machbar. Die Kontaktlinse hingegen darf nicht zu fest sein, dass sie sich noch auf dem Auge bewegt, darf aber nicht drehen.
Die Hersteller haben hier verschiedene Lösungsansätze, wie wir im folgenden Artikel einmal beschrieben haben: http://www.optikerschuetz.de/blog/verschiedene-arten-von-kontaktlinsen-mit-zylinder
Vielleicht ist in deinem Falle eine Kontaktlinse mit einer Dynamischen Stabilisierung sinnvoller, aber wie gesagt ohne deine Augen, die Stellung deiner Lider und Ähnliches zu kennen ist dies extrem schwer zu sagen.
Viele Grüße Kay
23. April 2010 um 15:45
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