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Schwere Augen gibt’s nicht mehr – Problemlöser das Clarlet Individual Brillenglas

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Zugegeben, diese Überschrift ist etwas spitzfindig und so auch nicht ganz korrekt. Seit der Einführung des Clarlet Individual auch im Einstärkenbereich, konnten wir sehr erfolgreich einige Kunden versorgen, die in den vergangenen Jahren mit Ihren Brillen nicht voll zufrieden waren.

Sicherlich konnten wir mit viel Erfahrung und moderner Technik die Glasstärke der Kunden exakt messen. Beim Blick gerade durch die Brillenfassung war dies auch deutlich zu spüren. Die Sicht im Randbereich der Brille wird mit gewöhnlichen Brillengläsern dennoch schlechter.

Durch den asphärischen Schliff der Brillengläser, wie wir sie sehr häufig verwenden, wird die Abbildung der Gläser im Randbereich bereits deutlich verbessert.

Durch die neuen individualisierten Gläser, ist dies noch besser möglich. Hier werden wesentlich mehr Daten in die Fertigung der Gläser mit einbezogen. Die komplette Lage des Brillenglases vor dem Auge wird abgefragt (Durchbiegung der Fassung, Abstand der Gläser zu einander, Entfernung der Gläser zu den Augen, Winkel der Gläser zum Auge…)

So kann die Qualität des Sehens gerade bei komplizierten Brillenwerten erheblich gesteigert werden.

Anlass zu diesem Artikel ist ein recht penibler Kunde, der von Kind auf eine hohe Hornhautverkrümmung besitzt. Durch die starke Korrektion hat er in seinem Leben bereits viele Brillen getragen und konnte den Fortschritt der Technik für sich erkennen.

Bei seinem Besuch berichtete er mir, dass die Brillen die wir mittlerweile fertigen können ein besseres Sehen erzeugen und vor allem wesentlich schöner aussehen.

Lediglich der Blick zur Seite in die Randbereiche des Glases sei immer noch verbesserungsfähig.

Die Gelegenheit bot sich mit Ihm die neuen Clarlet Individual zu testen. Ich war selbst gespannt, was ein sehr sensibler Mensch über die neue Technik berichtet.

Durch die Stärkenänderung war die neue Brille im ersten Moment etwas ungewohnt. Dies hatten wir bei der Messung bereits besprochen, und uns daher beide nicht darüber gewundert. Gut war, dass er absolut klar sah – auch im Randbereich.

Nachdem wir die letzten Korrekturen am Sitz der Brille vollbracht hatten und der Kunde die Brille einige Tage getragen hatte, habe ich mich telefonisch nach seiner Zufriedenheit erkundigt.

Nach seiner Aussage ist die neue Brille, seine bisher beste. Die Problembereiche die er bisher kannte wurden eliminiert.

Fazit:
Das positive Endergebnis des eben geschilderten Falles konnten wir bereits einige male erfahren. Nun gibt es hohe und komplizierte Stärken prozentual doch eher selten. Sehr angenehm ist allerdings ein solches Produkt in der Hinterhand zu haben.

Wie ich einleitend geschrieben habe, möchte ich nicht behaupten, dass Zeiss hier den Stein der Weißen entwickelt hat und uns einen allgemeinen Problemlöser an die Hand gibt.

Allerdings gibt es nun durch genaues erkennen der Kundenbedürfnisse, einer präzisen Stärkenvermessung, der richtigen Wahl der Fassung, einer exakten Zentrierung der Gläser und dem passenden Glaskonzept für fast Alles eine Lösung.

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Autor: Kay Dollt

Als Augenoptikermeister ist er seit 5 Jahren Mitglied im Optiker Schütz Team. Außer um die Webpräsenz und die Blogberichte kümmert er sich natürlich um sämtliche Belange unserer Kunden rund um die Kontaktlinse und Brille. Was er mag: www - und alles was damit zu tun hat Was er überhaupt nicht mag: Wenn wider Erwarten unsere "Jura" streikt...

Dieser Artikel hat 2 Kommentare

  1. niels rebien on 19. Juni 2009 at 02:32 Antworten

    Das kann ich absolut bestätigen. Wie so häufig, bringt der Zeiss Innovationen nur sehr überlegt und oft später als die Wettbewerber auf den Markt. Meist schlagen die Produkte die des Wettbewerbs um Längen (und Zeiss „vergisst“ es zu kommunizieren). Seit ca. 5 Jahren schaffen wir mit den Doppelasphären von Seiko, Nikon etc.. Jedoch scheint die gleitsichtartige Berücksichtigung der Neigung und Durchbiegung der Brille deutliche Sehverbesserung zu ermöglichen. Vor allem Kunden mit höheren Fehlischtigkeiten, ab ca. +/-3dpt, sprechen auf diese Gläser an, beschreiben z.B. dass Sie den Wechsel von Linse auf die Brille kaum noch spüren, irgendwie „weitwinkliger“ lauten die Beschreibungen.

  2. N.Schilling on 18. Juni 2009 at 17:11 Antworten

    Ich kann diese Theorie nur unterstützen. Ich gehöre selbst zu dieser sensiblen Gruppe von Menschen. Seit einigen Wochen trage ich ebenfalls diese Gläser und bin super happy.
    Grüße aus dem Norden
    Nicole

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