Möglichkeiten dünne Brillengläser herzustellen

Keine Kommentare »

Nachdem wir im letzten Artikel „Dicke eines Brillenglases reduzieren“ bereits über den optimalen Glasdurchmesser gesprochen haben, gehen wir heute auf den nächsten Punkt ein – die Asphäre.

Doch zu erst eine kurze Grundlage aus der Physik. (Wir halten es hier im Artikel heute einfach und beschäftigen uns mit den „sphärischen Brillengläsern“ , so ein Brillenglas tragen sie, wenn sie auf ihrem Brillenpass lediglich einen Wert pro Seite stehen haben, wenn also keine Hornhautverkrümmung vorliegt.)

Ein sphärisches Brillenglas ist rotationssymmetrisch. Dies bedeutet, die Glasoberfläche weist einen Radius auf.

„Sphärisch“ stammt übrigens aus dem Griechischen und bedeutet kugelig“. (In unserer Grafik ist dies der grün gefärbte Glasteil)

Die Brillenglashersteller haben nun die Möglichkeit, aus dieser sphärischen Fläche eine asphärische zu machen (nicht Kugelförmig). Dies bedeutet, der Radius der Fläche bleibt in der Mitte des Brillenglases erhalten und wird zum Rand hin abgeflacht. (In unserer Grafik ist ein solches asphärisches Brillenglas in Rot dargestellt)

Welche Vorteile hat nun ein solches ashärisches Brillenglas?

Zum einen zeigt die Grafik sehr schön, dass dieses Brillenglas einiges dünner und ästhetischer wird.

Von dem zweiten Vorteil dieser Glasbauweise profitieren vor allem Weitsichtige. Die Plusgläser, die ein Weitsichtiger benötigt, haben eine vergrößernde Wirkung. Dies ist oft ein unerwünschter Nebeneffekt, da die Augen bei höherer Stärke durch das Brillenglas entsprechend vergrößert werden.
Dieser Effekt wird durch den Krümmungsradius der Vorderfläche des Brillenglases beeinträchtigt. In unserer Grafik sehen wir sehr schön, dass dieser Radius beim asphärischen Glas wesentlich flacher ist. Weniger Eigenvergrößerung durch das Brillenglas ist das Ergebnis.

Der dritte und wesentlichste Aspekt ist allerdings eine klarere Abbildung. Die beim Brillenglas auftretende Unschärfe im Randbereich wird durch eine Asphäre bedeutend reduziert.

Diese Technik hat die Firma Seiko als Vorreiter perfektioniert. Dem innovativen Glaslieferanten aus Japan ist es als erstes gelungen sowohl die Vorderfläche, als auch die Rückfläche eines Brillenglases mit einer solchen Asphäre auszustatten.

Fazit:

Die Vorteile eines dünneren Brillenglases, wie Ästhetik, geringeres Gewicht, sowie die bessere Abbildung im Randbereich des Brillenglases sind ein echter Bonus.

Wir haben mit dieser Art von Gläsern viele gute Ergebnisse erzielt und nutzen diese Technik sehr gern.

Wie im Vorgängerartikel beschrieben, ist es in vielen Fällen nicht sinnvoll eine kleine Fassung zu wählen (Aus Gründen der Glastechnik, Ästhetik oder sonstigen). Eine asphärische Fertigung des Brillenglases bringt uns in diesen Fällen die Möglichkeit trotzdem ein ästhetisches Ergebnis zu erzielen.

P.S.: Wir haben diese Erklärung auf sphärische Brillengläser begrenzt um die Thematik einfacher erklären zu können. Natürlich sind auch andere Produkte mit einer Asphäre möglich (Hornhautverkrümmung, Gleitsichtgläser uvm.)

Tags:

Autor: Kay Dollt

Als Augenoptikermeister ist er seit 5 Jahren Mitglied im Optiker Schütz Team. Außer um die Webpräsenz und die Blogberichte kümmert er sich natürlich um sämtliche Belange unserer Kunden rund um die Kontaktlinse und Brille. Was er mag: www - und alles was damit zu tun hat Was er überhaupt nicht mag: Wenn wider Erwarten unsere "Jura" streikt...

Kommentar verfassen