Ich habe einen Grauen Star – Wie geht‘s jetzt weiter?

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Viele von Ihnen sind vielleicht selbst betroffen, oder wurden durch Verwandte schon mal mit diesem Thema konfrontiert.

Beim Grauen Star (Katarakt) handelt es sich um eine Trübung der Augenlinse. Meistens handelt es sich um einen Alterskatarakt, der zwischen dem 60sten und 80sten Lebensjahr auftritt. In selteneren Fällen wird diese Trübung durch Strahleneinwirkung, z.B. permanente und starke Sonnenstrahlung, oder durch Medikamentennebenwirkungen, etc. hervorgerufen.
Symptome sind z.B. langsam zunehmende Sehstörungen und Blendempfindlichkeit.
Im fortgeschrittenen Stadium wird das Sehen beschrieben, als ob man „durch ein Milchglas“ durchsieht.

Was wird nun gemacht?

Bei einem kleinen und risikoarmen Eingriff wird die trübe Augenlinse durch eine Kunstlinse ersetzt. In Augenkliniken gilt dieser Eingriff als reine Routine Operation und wird in der Regel mittels einer lokalen Betäubung ambulant durchgeführt.

Die Kunstlinse, die ins Auge eingesetzt wird, wird in der Brechkraft meist so gewählt, dass der Patient im Anschluss für die Ferne keine Brille mehr benötigt. Lediglich zum Lesen und für Zwischenentfernungen ist eine Brille dann noch notwendig.
Immer häufiger kommen jetzt auch die sogenannten Multifokalen Intraokularlinsen zum Einsatz. Das Pendant zur multifokalen Kontaktlinse ermöglicht scharfes Sehen in allen Entfernungen.

Das Resultat der Operation

Ziemlich schnell empfindet der Kunde das Sehen als kontrastreicher und schärfer.
Viele Patienten sind einige Tage nach der Operation besonders blendempfindlich.
Weil die eigene Augenlinse aufgrund der kontinuierlichen Eintrübung durch eine helle Kunstlinse ersetzt wird, wird spontan alles als sehr grell empfunden.

Die wesentliche Veränderung liegt darin, dass die Brillen mit den seitherigen Glasstärken nun nicht mehr funktionieren.
Es wird empfohlen, für die Anfertigung einer endgültigen, passenden und auf die individuellen Bedürfnisse angemessenen Brille ca. 6 Wochen zu warten.

Wie können wir kurzfristig nach der Operation helfen

Weil meistens nur ein Auge operiert wird, und die Sehstärke auf dem anderen Auge bleibt wie sie war, passt die alte Brille überhaupt nicht mehr.

Deshalb empfehlen wir eine provisorische „Übergangsbrille“.

Bereits am Tag nach der Operation ist die Messung für dieses Provisorium möglich.
Auch mit einfachen Gläsern lassen sich die 6 Wochen spielend überbrücken, ohne auf gutes Sehen verzichten zu müssen, oder den Geldbeutel zu sehr zu strapazieren.
Weil sich die Sehstärke des Auges in den angesprochenen 6 Wochen nicht gravierend verändert, kann diese „Übergangsbrille“ im Anschluss sehr gut als neue Ersatzbrille fungieren.

Die starke Lichtempfindlichkeit lässt sich ganz einfach mit einer Sonnenbrille reduzieren. Gerade in den ersten Tagen ist es für die Augen extrem angenehm eine solche getönte Brille zu tragen.

Die neuen Augenlinsen und die perfekt und individuell darauf abgestimmte Brillenglaskorrektur sorgen dann für ein ganz neues Sehgefühl.

Können wir Ihnen noch offene Fragen zur Operation oder den Folgen beantworten. Scheuen Sie sich bitte nicht, uns Ihre Fragen hier als Kommentar zu hinterlassen.

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Autor: Kay Dollt

Als Augenoptikermeister ist er seit 5 Jahren Mitglied im Optiker Schütz Team. Außer um die Webpräsenz und die Blogberichte kümmert er sich natürlich um sämtliche Belange unserer Kunden rund um die Kontaktlinse und Brille. Was er mag: www - und alles was damit zu tun hat Was er überhaupt nicht mag: Wenn wider Erwarten unsere "Jura" streikt...

Dieser Artikel hat 2 Kommentare

  1. Metzler on 6. September 2017 at 11:24 Antworten

    Kann ich bei der Katarakt-Op eine Nah- und eine Fern-Linse einsetzen lassen? Und vorher prüfen bzw. Linsen evtl. „aussen “ tragen? Vielen Dank für die Mail.

    • Sebastian Gaertner on 12. September 2017 at 12:51 Antworten

      Hallo Frau Metzler,
      grundsätzlich ist es möglich sich eine Linse einsetzen zu lassen, mit der Sie in der Ferne und der Nähe scharf sehen. Sicherlich wird das ihr Augenarzt auch in einem Vorbereitungsgespräch vor der Operation mit Ihnen besprechen.
      Es ist bei diesen Linsen, ähnlich wie bei den meisten Kontaktlinsen die für die Ferne und die Nähe gedacht sind. Sie haben dabei keine klassische Einteilung wie bei einer Gleitsichtbrille (Blick geradeaus für die Ferne und Blick absenken zum Lesen). Sie schauen bei diesen Linsen quasi durch die Bereiche gleichzeitig und filtern sich unterbewusst in welche Entfernung Sie gerade schauen. Dadurch kann es sein, dass Sie nicht die Schärfe in allen Bereichen haben, wie Sie es bisher gewohnt waren. Oft empfehlen wir als Ergänzung eine Lesebrille oder Fernbrille mit leichter Stärke.
      Testen können Sie es bedingt mit multifokalen Kontaktlinsen, da der Aufbau oft ähnlich ist. Hier ist ganz klar eine Anpassung bei Ihrem Augenoptiker empfehlenswert.

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