Hornhaut Vernetzung bei Keratokonus
Kay Dollt am 10. Juli 2007 um 12:10
Derzeit ist in Keratokonuskreisen wie z.B. dem Keratokonus-Forum, immer wieder die Rede von Vernetzung oder Crosslinking. In Opthalmologische Nachrichten 05/2007 ist hierzu ein Bericht erschienen. Bitte einfach auf “kompletten Artikel lesen” klicken.
Fast alle Keratokonus-Patienten durch UV-Vernetzung stabilisiert
Die Ursachen für den Keratokonus sind noch immer unklar, es wurde aber nachgewiesen, dass es zu Enzymveränderungen im Epithel mit erhöhter Expression von lysosomalen und proteolytischen Enzymen kommt, die zur Veränderung der stromalen Matrix führen im Sinne eines Ungleichgewichtes von Keraten und Dermatansulfat. Die Vererbung scheint dabei eine gewisse Rolle zu spielen. Etwa zehn Prozent der Betroffenen weisen eine positive Familienanamnese auf. Die Inzidenz des akuten Keratokonus unter der Gesamtbevölkerung beträgt 1:2000. Wenn man allerdings mit empfindlichen keratographischen Verfahren nach vorklinischen Symptomen sucht, kann man eine Inzidenz von 1:450 finden.
Seit einiger Zeit wird aus Dresden über eine erfolgreiche Behandlung des Keratokonus durch Kollagen-Vernetzung (Crosslinking) auf der Basis von Ribovlavin und UVA-Licht berichtet.
Beim Crosslinking dient das Riboflavin zum einen zur Absorption der UVA-Strahlung und zum anderen als Photosensiblisator. Es hat die Eigenschaft, in Kombination mit UVA-Strahlung Sauerstoff-Radikale zu erzeugen. Durch eine photochemische Reaktion kommt es dann zur Vernetzung von Kollagen im kornealen Stroma. Die Verfestigung wirkt vor allem in den oberen 200 bis 250 µm der Hornhaut.
Seit Anfang der Anwendung 1998 wurden in der Augenklinik des Universitätsklinikums der TU Dresden 416 Augen nach dieser Methode vernetzt. In 52,5% der Fälle kam es zu einem Visusanstieg. Die restlichen 47,4% wiesen nach der Behandlung konstante Visuswerte auf.
In 55,4% der Fälle konnte nach der Verringerung des Astigmatismus nachgewiesen werden. 68,9% der Augen zeigten eine Regression der maximalen Keratokonuswerte, der Rest blieb stabil. Die Anzahl der Keratoplastiken kann durch die Anwendung dieser Methode deutlich reduziert werden und die Methode ist technisch einfach und kostengünstig.
(Quelle Opthalmologische Nachrichten 05/2007)
Die Behandlung an sich klingt sehr vielversprechend und interessant. Wie Professor Michael Mrochen ebenfalls in Opthalmologische Nachrichten 05/2007 schreibt ist diese Behandlung allerdings nicht ganz unbedenklich. Die von ihm beschriebene Hornhautdicke von 400µm ist gerade bei Keratokonus nicht immer gegeben. Ebenso eine Bestrahlung mit UV Licht über eine halbe Stunde klingt bedenklich. Hier der komplette Artikel von Herrn Professor Mrochen.
Sicherheitsaspekte bei der UV-Vernetzung
Der Züricher Professor Michael Mrochen mahnt in Opthalmologische Nachrichten 05/2007 Sicherheitsaspekte bei der UV-Vernetzung an. Die UV-Vernetzung der Hornhaut ist ein neuer Ansatz zur Erhöhung ihrer biomechanischen Stabilität. Zurzeit sind die klinischen Indikationen beschränkt auf Einschmelzprozesse der Kornea und gewebeverdünnende Prozesse wie Keratokonus, peluzidale marginale Hornhautdegenerationen und iatrogene Keratektasien nach komplizierten refraktiven Eingriffen.
Zwei grundlegende Risiken müssen diskutiert werden: Die UV-Strahlung (ohne Riboflavin) und das schädigungspotenzial durch die Sauerstoff-Radikale, welche durch die Kombination von Riboflavin und UV-Licht entstehen.
Die Methode ist nur sicher bei hinreichend dicker Hornhaut (<400µm) vorschriftsmäßiger Diffusion von Riboflavin in die Hornhaut nach Epithelentfernung und Einhaltung der Strahlungsdosis von UV 365nm mit 3mW/cm² über 30min.
Obwohl bereits klinische Ergebnisse über fünf Jahre vorliegen, müsse durch größere prospektive Studien noch das mögliche Risiko seltener Komplikationen nachgewiesen werden.
Dr. Hans Peter Iseli aus Zürich berichtet über Schmerzen durch die Behandlungsbedingte Erosio Corneae und über allergische Reaktionen in Verbindung mit den ja immer noch notwendigen Keratokonus-Kontaktlinsen. Die Augendruckmessung gestaltet sich schwieriger, denn die verhärtete Kornea muss durch spezielle Korrekturfaktoren berücksichtigt werden.






09. Februar 2011 um 09:47
Hi Maurice,
vielen Dank für den Link und die Informationen. Ich denke es muss sich immer jeder selbst eine Meinung bilden und die verschiedenen Seiten hören. Ich stelle es daher gerne online.
Grüße Kay
08. Februar 2011 um 19:47
Halle Zusammen, ich habe auch seit ca. einem Jahr die Krankheit Keratokonus. Heute hatte ich einen Termin bei meinem Augenarzt, da die Uniklinik mir vor einem Jahr von einem CL abriet. Heute aber war mein Augenarzt sehr optimistisch was das CL anbelangt. Er hat für mich gleich einen Termin gemacht und ich bin auch der Meinung das man es machen sollte solange man noch einigermaßen gut sieht oder sogar noch verhältnismäßig sehr gut sieht. Werde es auf jeden Fall so schnell wie möglich machen, da ich keine Lust habe darauf zu warten bis mein Auge noch schlechter wird. Für alle habe ich hier eine interessante Präsentation zum Thema Crosslinking. Da es meines Wissen eigentlich keine Nebenwirkungen. Mein Augenarzt hat sogar einen gleichen Fall in der Familie und bei dem ist es in 2 Jahren konstant geblieben von der Sehschärfe her und hat sich sogar verbessert.
Gruß Maurice
05. Februar 2011 um 14:38
Hallo Katha,
eine richtig gute Aussage zu treffen fällt mir bei dem Thema schwer. Ich lese immer wieder wie gut die Ergebnisse sind und auch viele Artikel wie schlecht. Aus unserer Erfahrung, wir haben hier 3 Kunden die sich für das Cross Linking entschieden haben. Bei ihnen ist eine Anpassung einer Linse unmöglich, da die Hornhaut viel zu weich ist und sich permanent ändert. Ich bin daher aus der Erfahrung kein großer Fan. Solange man mit Kontaktlinsen arbeiten kann, würde ich dies erst einmal vorziehen.
Grüße Kay
05. Februar 2011 um 14:22
Hey,
ich bin 23 Jahre und es hat sich vor kurzmen rausgestellt das ich Keratokons habe auf dem li. Auge schon recht stark ausgeprägt udn auf dem re. noch fast gar nicht. Jetzt ist auch die frage bei mir mit diesm Cross linking. Nur ist die Frage kann man noch ein 1/2Jahr damit warten oder sollte man es gleich machen. Mein Artz hat mir gleich diese Methode angeboten keine Kontaktlinsen.
01. Januar 2011 um 22:47
Hallo,
ich habe vor drei Monaten am rechten Auge diese Operation durchgeführt und es war ebenfalls in Marburg. Diese Klinik kann man wirklich nur empfehlen, man fühlt sich stets gut behandelt und alles wird einem mit viel MÜhe und Geduld erklärt. Der Arzt, der dieses Verfahren durchführt, ist meiner Meinung nach sehr vorsichtig und gut. Nach diesen 3 Monaten bin ich also zufrieden und übermorgen (3.1.11) werde ich das linke Auge machen lassen.
lg
08. September 2010 um 14:10
Hallo Christian,
die richtige Anlaufstelle ist in der Tat extrem wichtig. Gut zu hören, das man Marburg empfehlen kann. Vielleicht kann es hier jemandem helfen.
Viele Grüße
Kay
07. September 2010 um 09:19
Moin moin,
ich habe vor 2 Jahren das erste Mal dieses Verfahren auf meinem rechten Auge machen lassen, und zwar in Köln in einer Privatklinik. Durch meine Ausbildung damals war ich gesetzlich Versichert und musste die knapp 600 Euro selber zahlen. In meinem Falle spricht man auch von Keraktektasie, also nach einer Lasik, die ich leider schon mit 18 Jahren hab machen lassen, zu früh, denn damals konnte man noch nicht die Hornhautdicke von unten betrachten, Naja…shit happens…Ich war jedoch nicht wirklich zufrieden mit dem Ergebnis aus Köln. Man fühlte sich schwerst dazu gedrängt die OP machen zu lassen, min Hinblick auf die schnelle amortisation der neuen Gerätschaften….Ich bin direkt danach, nach langem Suchen im Internet und vielen Emailverkehr nach Marburg an die Uniklinik gelangt. Ich wohne an der Niederländischen Grenze und fast 4 Stunden dahin, aber bei meinen Augen ist es mir das wert.
Ich habe nun nach 2 stabilen Jahren auch das 2. Auge vernetzen lassen müssen. Jedoch bin ich hier sehr zufrieden. Der behandelnde Arzt ist sehr vorsichtig, man fühlt sich auf jeden Fall sehr sehr sicher. Auch das Ergebnis bis jetzt kann sich “sehen” lassen
22. Juli 2010 um 17:35
Hallo Hasan,
ich würde dir gern weiter helfen, nur hab ich was diese Dinge angeht, selbst kein riesen Erfahrungsschatz.
Ich möchte ja keine falschen Informationen weiter geben.
VG Kay