Gleitsichtbrille mal anders – Die selbstjustierende High-Tech-Brille

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In einigen Internetartikeln wurde bereits über die neueste Brillenentwicklung „emPower“ berichtet. Natürlich haben wir auch darüber gelesen und möchten unser Statement über dieses innovative Produkt abgeben.
In den USA wurde vor kurzem eine neue Art von Brille für Presbyope, also „Alterssichtige“ vorgestellt.
Die klassische Korrektur wird im Fall der Alterssichtigkeit durch ein Mehrstärkenglas, in der Regel einem Gleitsichtglas, vorgenommen. In sehr seltenen Fällen kommt auch noch das sogenannte Bifokalglas zum Einsatz.
Der Standard ist heutzutage jedoch das Gleitsichtglas, weil es ein hochentwickeltes Glas ist, welches dem natürlichen Sehen von Fern bis Nah am nächsten kommt. Es bietet im Gegensatz zum Bifokalglas z.B. ein stufenloses Sehen von Nah bis Fern und ist für Betrachter auch nicht als Mehrstärkenglas erkennbar. Brillengläser mit „Fensterchen“ sind einfach nicht mehr state of the Art.

Das erwähnte „emPower“ Prinzip ist ganz anders aufgebaut.
Das Brillenglas ist ein reines Einstärkenglas und verfügt im unteren Bereich über elektronische Kristalle, welche die Lichtbrechung der Linse ändern können.
Die Brillengläser sind also über die komplette Fläche mit einer reinen Fernstärke ausgestattet. Per Druck auf den Brillenbügel wird die Nahstärke im unteren Bereich des Glases aktiviert.
Ebenfalls möglich ist ein automatischer Modus. In diesem Modus wird gemessen ob der Träger den Blick gesenkt hat (Nahstärke wird eingeblendet), oder den Blick geradeaus gerichtet hat (Nahstärke ausgeblendet).

Vorteil dieses Systems:
Wie beim klassischen Bifokalglas gibt es keine Verzerrung des Bildes insbesondere am Randbereich. Zudem ist ein sehr großes Nahsichtfeld möglich

Nachteil dieses Systems:
Ähnlich wie bei der Bifokalbrille fehlt der gleitende Übergang. Ab einem gewissen Stärkenunterschied zwischen Fern- und Nahbereich entsteht deshalb eine sogenannte „Sehschärfenlücke“.
Beim Blick in ein Schaufenster zum Beispiel kann dieses zu nah für die Fernstärke sein, gleichzeitig aber auch zu weit für die Nahstärke.
Hinzu kommt, dass die „emPower“ alle 2-3 Tage an die Ladestation gehängt werden muss. Nur mit genügend Strom funktioniert das Prinzip.

Fazit:
Die Entwicklung der „emPower“ Brille ist sicher revolutionär. Über 12 Jahre hat der Hersteller an dieser Technik geforscht.
In den USA soll die neue Brille bereits in diesem Jahr eingeführt werden.
Wann die restliche Welt an der Reihe ist, wird vom Erfolg in den USA abhängen.
Wir werden diese spannende Entwicklung natürlich verfolgen und freuen uns bereits auf die ersten Selbstversuche.

emPower Brille

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Autor: Kay Dollt

Als Augenoptikermeister ist er seit 5 Jahren Mitglied im Optiker Schütz Team. Außer um die Webpräsenz und die Blogberichte kümmert er sich natürlich um sämtliche Belange unserer Kunden rund um die Kontaktlinse und Brille. Was er mag: www - und alles was damit zu tun hat Was er überhaupt nicht mag: Wenn wider Erwarten unsere "Jura" streikt...

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