Dünne Gläser bei 8,00 Dioptrien Kurzsichtigkeit

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Heute hatte ich einige Kunden mit spannenden Fällen. Neben interessanten Kontaktlinsenkunden, war unter anderem ein Kunde bei mir, der eine neue Brille kaufen wollte, bei welcher er auf Grund seiner hohen Glasstärke ausdrücklich sehr großen Wert auf absolut dünne Gläser legt.

Nachdem wir seine individuellen Glasstärken gemessen und seine Sehsituationen analysiert hatten, konnten wir uns an die Auswahl der Fassung machen. Hierbei habe ich natürlich auch schon berücksichtigt, dass diese nicht allzu groß ist.  (Je kleiner die Fassung, desto kleiner der erforderliche Rohglasdurchmesser und desto dünner der Glasrand.)

Nach der Ermittlung der exakten Zentrierdaten konnte ich dem Kunden die verschiedene Glasvarianten bezüglich der Dicke der Brillengläser mittels unseres Computerprogramms berechnen lassen.

Da er die absolut dünnst mögliche Glasausführung haben wollte, entschieden  wir uns für ein doppelasphärisches 1,74er Kunststoffglas aus dem Hause Seiko.

Seiko liefert weltweit die dünnsten Kunststoffgläser.

Nur ein mineralisches Brillenglas könnte bei solchen Stärken noch dünner gefertigt werden.

Ein mineralisches Glas kam aus zweierlei Gesichtspunkten jedoch absolut nicht in Frage:

denn 1. wäre ein  mineralisches Glas etwa doppelt so schwer, und 2. ist der Sicherheitsaspekt bei der Glaswahl ein maßgeblicher Faktor:

Sollte z.B. bei einem Autounfall, und sei es nur ein Auffahrunfall, der Airbag auslösen, so hält das mineralische Glas diesem Aufprall nicht stand und zersplittert im Gesicht des Trägers.

Da der Kunde viel Zeit im Auto verbringt, war dies ein sehr einleuchtendes Argument für bruchsichere Kunststoffgläser.

Ich bin bereits heute sehr gespannt, wie dem Kunden das Endergebnis gefallen wird, wenn er seine neue Brille in ca. 14 Tagen bei uns abholen wird.

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Autor: Kay Dollt

Als Augenoptikermeister ist er seit 5 Jahren Mitglied im Optiker Schütz Team. Außer um die Webpräsenz und die Blogberichte kümmert er sich natürlich um sämtliche Belange unserer Kunden rund um die Kontaktlinse und Brille. Was er mag: www - und alles was damit zu tun hat Was er überhaupt nicht mag: Wenn wider Erwarten unsere "Jura" streikt...

Dieser Artikel hat 11 Kommentare

  1. Michael on 7. März 2012 at 11:41 Antworten

    Hallo!
    Die Idee des bloggenden Optikers finde ich toll! 🙂

    Zur Frage der Optik bei starker Kurzsichtigkeit möchte ich anmerken, dass meiner Ansicht nach das eigentliche ästhethische Problem nicht unbedingt die Glasdicke ist, sondern die Brechung des Lichts mit dadurch verursachten „Maulwurf-Effekt“. Die gesamte Gesichtsform wird durch starke Gläser einfach unheimlich verzerrt und die Augen verkleinert. Ich habe mit Brille ca. 10 Dioptrien (ich trage eigentlich ständig Linsen) und habe mir auch vor ca. einem Jahr als Ersatz, den ich auch wirklich mal tragen kann, eine möglichst dünne, recht teure Brille gekauft. Sie ist sehr leicht und auch dünn, aber die oben beschriebenen negativen Effekte bekommt man halt leider nicht in den Griff. Ich hoffe, dass sich die Technologie da irgendwann entscheidend verbessert. Zudem ist ab einer gewissen Dioptrienzahl die Sehqualität mit Kontaktlinsen einfach unschlagbar besser als mit einer Brille..

    lg aus Wien!
    Michael

  2. Thorsten on 24. Februar 2012 at 15:44 Antworten

    Hallo Kay, hallo Peter,

    herzlichen Dank für die schnellen Antworten. Ist ja schon mal ein Anhaltspunkt. Ich hatte vergessen zu erwähnen, dass ich ein Kunststoffglas bevorzuge, welches wohl max. einen Brechungsindex von 1,74 hergibt.

    @ Kay: Ich werde Dir ein Muster der Brille als pdf zusenden. Meine PD kenne ich nicht.

    Hier nochmal meine genauen Werte:

    Sphär: R +3,75, Cyl. -4,00, Achse 178
    Sphär: L +3,50, Cyl. -3,75, Achse 10
    Hornhautscheitelabstand: 16 mm

    Weitere Werte habe ich nicht.

    Vielen Dank für Deine Bemühungen!

    LG
    Thorsten

  3. Peter on 24. Februar 2012 at 12:35 Antworten

    Hi Thosten,
    folgende Werte spuckt mir das Progr. v. Patrik Luginbühl aus:

    Brechg.-Ind. min.Dicke Mittend. Rand max

    1.6 1,30 5,52 3,30
    1.7 1,10 4,62 2,78
    1.8 1,00 4,06 2,46
    1.9 1,00 3,74 2,31

    Alle Dicken in [mm]

    Entsprechende Programme unter:
    http://www.optometrie.ch/luginbuehl/download/index.html

    LG
    Peter

    • Kay Dollt on 24. Februar 2012 at 15:26 Antworten

      Hey Peter,

      danke für den Kommentar.. Dürfte einigermaßen hinkommen, allerdings fehlen noch einige Angaben um es genau berechnen zu können.

  4. Thorsten on 23. Februar 2012 at 13:38 Antworten

    Hallo Kay,

    auch ich bin ein gebranntes Kind, was die Dicke der Brillengläser betrifft.

    Ich habe auch vor mir eine neue Brille zu kaufen und möchte ein möglichst dünnes Glas haben. Ein Gestell, welches mir gefällt, hat einen Glasdurchmesser von 47 mm ein anderes 50 mm. Es ist eine Vollrandbrille mit dünnem Rand aus Metall, die Gläser sind eher rechteckig.

    Ich frage mich auch, ob die Preisaufschläge für ein 1,74er Glas zum 1,67er Glas oder einer zusätzliche Mittendickenreduktion Sinn machen, also ob die Gläser noch sichtbar dünner sind.

    Würden Sie mir einen Tipp geben und ebenfalls eine Berechnung für mich machen?

    Meine Werte: +3,75 Zyl. +4,00 und +3,50 Zyl. +3,75

    Sie würden mir bei der Auswahl der Gläser sehr behilflich sein.

    Vielen Dank.

    Freundliche Grüße
    Thorsten

    • Kay Dollt on 24. Februar 2012 at 15:26 Antworten

      Hallo Thorsten,

      kann ich gerne machen. Dazu bräuchte ich aber noch einige Angaben:

      – Die Form des Glases etwas genauer beschrieben
      – Neben der Breite des Glases auch die Höhe und die Weite zwischen den beiden Gläsern
      – Deinen Durchblickspunkt (PD)
      – Die Achse deiner Stärken

      Erst mit all diesen Werten kann man einigermaßen vernünftige Aussagen treffen.
      Kannst mir gerne per Mail an info@optikerschuetz.de schicken.

  5. Mechthild on 29. Mai 2011 at 19:15 Antworten

    Hallo Kay,
    ich bin reichich verzweifelt und durch den Wind, weil
    man unterschiedliche Aussagen bekommt.

    Meine Kurzsichtigkeit ist heftig, worunter ich sehr leide.

    – 10,50 – 0,25 90
    – 10,50 – 0,25 160

    Nun habe ich ein kleines Brillengestell gefunden.
    45 mm Breite und möchte dort Kunststoffgläser
    anfertigen lassen. Brechungsindex 1,67 oder 1,74
    Was räts Du mir?
    Kannst Du mir die Randdicke berechnen?

    • Kay Dollt on 30. Mai 2011 at 12:20 Antworten

      Hallo Mechthild,

      um die Randdicke zu berechnen, bräuchte ich zusätzlich zu den Stärken noch die Weite deiner Augen jeweils vom Nasenrücken. Zudem noch die Länge und Höhe eines Glases, sowie den Abstand der beiden Gläser zueinander.
      Dann kann ich es berechnen.
      Aus dem Bauch würde ich natürlich sagen der höhere Brechungsindex. Wie groß die Dickenreduktion durch das 1,74er Material aber wirklich ist, kann man eben erst nach der Berechnung sicher sagen.

      Viele Grüße

      Kay

  6. Simone on 30. August 2009 at 14:38 Antworten

    Hallo Kay,

    die Gläser sind rechteckig, 5,3 cm breit , 2,5 cm hoch, an den Seiten 2,3 cm hoch da sie oben gwölbt sind.

    Die Diagonale ist auch 5,3 cm des Glases.

    Vielleicht können Sie mir nun sagen ob die Gläser außen 6,7 oder sogar 8 mm dick werden.

    Simone

  7. Simone on 29. August 2009 at 21:39 Antworten

    Glasdicke bei Prismenbrille BA 6 Dioptrien?

    Mein Optiker konnte mir leider die Glasdicke meiner verordneten Prismenbrille mit Basis Außen nicht vorraussagen.
    Vielleicht kann das hier jemand?

    Kurzsichtig bds. – 1,5 Prismen 6 Dioptrien je Glas 3 Dioptrien Augenabstand 63,5 mm

    ich möchte eine klassische randlose Brille Simone

    • Kay Dollt on 30. August 2009 at 10:39 Antworten

      Hallo Simone,

      generell kann man das schon voraus berechnen. Wichtig zur Berechnung ist allerdings zusätzlich noch die genaue Form, sowie die Maße der Gläser.

      Grüße Kay

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