Dickenberechnung bei Brillengläsern

19 Kommentare »

Heute Morgen war ein Kunde bei uns im Geschäft, den wir bei der Brillenglasberatung ziemlich überraschen konnten.

Wir haben ihm bereits im Voraus die Glasdicken für seine ausgewählten Brillengläser berechnet.

Da der Kunde auf eine ästhetisch schöne Brille Wert legt, und aufgrund seiner Glasstärke Bedenken bezüglich der Gläserdicke hatte, konnten wir ihn mit dieser Leistung überzeugen.

In solchen Fällen denke ich mir immer, das könnte ich auch einmal im Blog erläutern,  da mit Sicherheit wenig Kunden über diesen Service Bescheid wissen.

Die großen Brillenglashersteller bieten uns Optikern eine Software an, mit deren Hilfe wir die Glasdicken berechnen können.

Interessant ist diese Berechnung gerade für Kunden mit  höheren Stärken.

So können wir individuell den Glastyp empfehlen, der bei entsprechender Stärke am dünnsten und somit auch am leichtesten rauskommt.

Die Industrie fertigt Brillengläser gleicher Glasstärke in verschiedenen Dicken. Das ist möglich durch unterschiedliche Brechkraft des Glases.Durch den höheren Brechungsindex kann mit weniger Glasmaterial die gleiche Brechung des Lichtes erzielt werden.

In manchen Fällen jedoch ist der Randdickenunterschied zwischen zwei Glasmaterialien so gering, dass der Aufpreis für das dünnere Material nicht mehr im Verhältnis steht zur Dickenersparnis.

Das „richtige“ zu empfehlen ist dann unser Aufgabe.

Um mittels des Dickenberechnungs-Programm im Vorfeld die Dicken bei verschiedenen Materialien zu berechnen bedarf es verschiedener Messungen und Angaben.

Relevant ist zum einen die exakte Form der Fassung, zum anderen die exakten Zentrierdaten, also die genaue Pupillenlage, sprich Durchblickspunkte, und nicht zuletzt die Brillenglasstärken. Fertig 😉

Das Berechnungsprogramm von Seiko zeigt mir für diesen Kunden beim dünnst möglichen Brillenglas P-1SY 1,74 eine maximale Randdicke von 4,6mm. Nicht schlecht, bei fast 10 Dioptrien.

(Zum Vergleich: Das adäquate „Standardglas“ weist eine Randdicke von ca. 8mm vor.)

Tags:

Autor: Kay Dollt

Als Augenoptikermeister ist er seit 5 Jahren Mitglied im Optiker Schütz Team. Außer um die Webpräsenz und die Blogberichte kümmert er sich natürlich um sämtliche Belange unserer Kunden rund um die Kontaktlinse und Brille. Was er mag: www - und alles was damit zu tun hat Was er überhaupt nicht mag: Wenn wider Erwarten unsere "Jura" streikt...

Dieser Artikel hat 19 Kommentare

  1. Sylvie on 10. September 2015 at 19:53 Antworten

    ich habe -7,5 Dioptrie und mir eine Brille ausgesucht mit 50er Gläsern und einer Stegbreite von 17. Kann man mit diesen Daten etwa berechnen wie dick der Rand der Gläser wird? Ich habe noch die Daten PD: 30 und 29,5 und Höhe jeweils 20. Vielen Dank schonmal.

    • Kay Dollt on 11. September 2015 at 08:58 Antworten

      Hallo Sylvie,

      um das exakt zu machen, muss man die Form noch wissen.
      Grüße Kay

  2. Martina on 12. Juli 2014 at 11:49 Antworten

    Ich habe mich für eine Ray Ban brille entschieden , die Gläser sind demnach 510 x 250 gross, meine Stärken sind
    – 6,0 und cyl -0,5
    – 6,5 und cyl – 0,5
    da die Brille Horngestell ist, wie dick sind die Gläser werden sie übers Gestell hinausragen, habe mich Kunststoffgläser 1,67 entschieden

  3. Mechthild on 23. Oktober 2010 at 19:09 Antworten

    Hallo,

    wenn ich bei einer Kurzsichtigkeit von -9,50L/R
    0,25 Hornhautverkrümmung
    30 Achse L/90 Achse R
    30,5 LAugenabstand
    31,0 R Augenabstand
    1,74 Brechungsindex
    Kunststoffgläser verwende!

    Wie DICK wird der Außenrand höchstens werden, bei dünnstem/besten AS Material.

    Vielen DANK für eine kurze Rückinfo!

    • Kay Dollt on 24. Oktober 2010 at 22:13 Antworten

      Hallo Mechthild,

      Neben den Daten, die Sie uns bereits gesendet haben, ist die Form und Abmaße der Brillenfassung sehr entscheidend.
      Wir bräuchten für eine Berechnung die Form, Breite und Höhe eines Glases, sowie den Abstand der beiden Gläser zueinander.

      Viele Grüße

      Kay Dollt

  4. Julia on 25. Januar 2010 at 12:39 Antworten

    Hallo!
    ich habe diese Site und diesen Blog erst vor ein paar Minuten entdeckt … schade, erst jetzt.
    Ich bin kurzsichtig und habe eine Hornahutverkrümung. Beides ist auf dem rechten Auge stärker.

    Mein Optiker hat mich leider beim Brillenkauf gar nicht hinsichtlich der Stärke der Gläser beraten.
    Er hat mir nur die wahl zwischen „teuer“ und „billig“ gelassen. Ich habe ohne Zögern gesagt, ich will so dünne Gläser wie möglich, egal wie teuer, weil ich ein junges Mädel bin und die Brille auch gut an mir ausschauen soll.

    Im Ergebnis war das rechte Glas mehr als doppelt so dick, wie das linke. Wenn ich das gewusst hätte, dann hätte ich keine randlose Fassung gewählt, sondern halt eine mit einem dünnen Metallrahmen, der ein wenig die Gläser verdeckt.

    Auch hat mir niemand gesagt, dass Zeiss die Gläser ggfs. wieder zurücknimmt, mir hat man Rodenstock-Gläser verkauft.
    Wie ich erst durchs googlen herausgefunden habe gibt es 1.67 und 1.74 -Gläser.
    Ich habe dann darauf bestanden, dass das dickere Glas neu gemacht wird, jedoch reißen es diese 1.74 auch nicht mehr so wahnsinnig raus.

    Letztlich bin ich falsch bzw. überhaupt nicht beraten worden. Schlimm ist halt nur, dass so eine Brille ja auch eine Menge Geld kostet.
    Hätte es noch eine andere Möglichkeit für mich gegeben, oder muss ich den Unterschied aufgrund der Hornhautverkrümmung einfach hinnehmen.

    Schöne Grüße aus Süddeutschland
    Julia

  5. Sonja B. on 26. Dezember 2009 at 14:03 Antworten

    Hallo Kay, bin in diesem Forum nicht angemeldet, aber evtl. kannst du mir trotzdem helfen in Sachen Brillendicke berechnen?! Habe hier in Köln einen neuen Optiker ausprobiert und muß mir leider die Frage stellen, ob ich unnötig € 50,- mehr bezahlt hab für „dünnere“ Gläser. Es ist bei mir mal wieder eine Randlose geworden und der Rand ist extrem dick, dafür dass sich der Wert auf nur einem Auge um eine halbe Dioptrin geändert hat. Ich weiß, dass bei Kurzsichtigkeit die Gläser dicker werden je größer das Glas ist. Die Gläser sind genau so dick wie die meiner Sonnenbrille, deren Gläsergröße gleich ist, bei der ich aber nicht extra Geld für dünne Gläser bezahlt hab, da sie perfekt im Rahmen versteckt sind. Habe den Optiker angerufen und man sagte mir eine halbe Dioptrin macht schon was aus und auch das Gestell würde eine Rolle spielen. Das mit dem Gestell glaub ich nicht und wie erklärt sich, dass das Glas deren Dioptrinzahl gleich geblieben ist, auch jetzt doppelt so dick ist? Darf ich dir mal die Maße meiner Gläser mitteilen und wärst du so nett mir die Dicke bei Normalen Gläsern zu berechnen? Falls ja, dann sende mir bitte eine Mail, damit ich deine Mail Adresse hab. Lieben Gruß aus Köln.

  6. Tina on 20. Dezember 2009 at 15:01 Antworten

    Wie kann man denn herausfinden, welchen Brechungsindex die eigene Brille hat? Einen Brillenpass habe ich leider nicht (mehr).

    • Kay Dollt on 21. Dezember 2009 at 11:44 Antworten

      Hallo Tina,

      dies herauszufinden ist meist sehr schwer. Lediglich bei Gleitsichtgläsern wird der Brechungsindex des Glases mit eingraviert.
      Ansonsten kann man lediglich die Dicke mit verschiedenen Materialen berechnen und diese Berechnung mit dem Endprodukt vergleichen.

      Der einfachste Weg ist den Kollegen zu fragen. In seiner Kartei muss es verzeichnet sein.

      Grüße Kay

  7. Matthias on 10. Februar 2009 at 00:12 Antworten

    „Probleme“? Hhmm, relativ, auf der einen Seite sieht man es schon recht deutlich. Die Gläser sind allerdings auch schon gute 5 Jahre alt und das Gestell in der unteren Hälfte „fast randlos“, da ist nur ein durchsichtiger… hhhmmm Faden?!

    • Kay Dollt on 10. Februar 2009 at 10:12 Antworten

      Genau das ist ein Nylor Faden.. Eine Mindestranddicke musst bei solchen Brillen halt einhalten. Zu dick sollte es allerdings nicht werden.
      Wobei du schon recht hast, in den letzten Jahren hat sich da schon einiges getan.

  8. Matthias on 8. Februar 2009 at 22:23 Antworten

    Deutlich weniger als 10 jedenfalls. Ich habe meinen Brillenpass leider nicht hier.

    • Kay Dollt on 8. Februar 2009 at 22:35 Antworten

      Und Probleme mit der Dicke?? Ich sag mal alles bis 5-6 Dioptrien sind mit den heutigen Glastechnologien meist unproblematisch (Kommt immer etwas darauf an, wie die Fassung aussieht).
      Was darüber hinausgeht, ist gerade die richtige Fassung sehr wichtig.

      Ich kann mir aber für jede Möglichkeit die Dicken berechnen und überlegen ob mir das gefällt.

  9. Matthias on 8. Februar 2009 at 20:19 Antworten

    Das hier angegebene verhältnis Dioptrien/Randdicke lässt mich hoffen, dass die nächste Brille weniger dick wird, als die jetzige.

    • Kay Dollt on 8. Februar 2009 at 20:51 Antworten

      Was hast du denn für ne Stärke?

      Grüße Kay

  10. Tom on 4. Februar 2009 at 15:28 Antworten

    Schön zu wissen, dass es so etwas gibt. Höre ich zum ersten Mal.
    Wenn bei der nächste Brillenkauf ansteht, werde ich meinen Optiker auf jeden Fall darauf ansprechen.

    • Kay Dollt on 8. Februar 2009 at 19:43 Antworten

      Hey Tom,

      mach das .. man kann wirklich gut vorher raus bekommen, wie die Brille später aussieht. Wir arbeiten daran, in unserer neuen Eye-Lounge, dieses Ergebnis unseren Kunden noch besser visualisieren zu können.

Kommentar verfassen