Dicke eines Brillenglases reduzieren

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Nachdem wir einige Nachfragen zu unserem Artikel über die Software zur Berechnung der Brillenglasdicken erhalten haben, möchten wir auf die Optimierung der Brillenglasdicke etwas näher eingehen.

Der erste Bericht heute soll sich um die Auswahl der bestmöglichen Fassung drehen. Doch zunächst einmal ein kurzer Blick auf das Hintergrundwissen.

Die Wirkung eines Brillenglases (also die Stärke – Doptrien), wird durch drei Faktoren erzeugt.

  1. Die Brechkraft des Brillenglas-Materials
  2. Die Krümmung der vorderen Fläche des Glases
  3. Die Krümmung der hinteren Fläche des Glases

Da wir uns heute mit der perfekten Fassungsgröße beschäftigen, kümmern wir uns um Punkt zwei und drei unserer Liste.

Bei Plusgläsern für Weitsichtige ist es durch die Bestellung eines kleinstmöglichen Glasdurchmessers möglich die Dicke zu minimieren. Wieso möchte ich mit folgendem Bild kurz verdeutlichen.

Wenn ich ein Brillenglas mit Plusstärke im Querschnitt ansehe, kann ich gut erkennen, dass der dickste Punkt des Glases sich in der Mitte befindet. Bestelle ich ein großes Glas und schleife die Seiten ab um die gewünschte Form zu erzielen erhalte ich eine Brillenglasdicke, wie sie im ersten Bild zu sehen ist.

Da wir gesagt haben, das Verhältnis der beiden Flächen zueinander ist für die Stärke des Brillenglases zuständig, kann ich die beiden Flächen näher zueinander schieben, wenn ich weniger Material am Rand benötige. Bestelle ich also einen Glasdurchmesser, bei dem die gewünschte Form gerade so zu schleifen ist, kann ich hierdurch ein wesentlich dünneres Ergebnis erzielen. Dies wird gut im zweiten Bild gezeigt.

Die Steigerung dieser Überlegung ist eine Optimierungsmöglichkeit, die von den Glasherstellern angeboten werden. Bei Zeiss zum Beispiel nennt sich diese Technik Optima.
Hier werden alle Daten zu Fassung und Gläser an Carl Zeiss übermittelt. Wir erhalten kein rundes Rohglas, sondern ein auf die Fassung zugeschnittenes Glas. Somit kann die Glasdicke noch einmal minimiert werden.

In der folgenden Animation, die wir von Zeiss erhalten haben, wird dieser Zusammenhang gut erklärt. Klicken Sie hierzu auf Durchmesser, bzw. Optima.

Im Bereich der Minusgläser für Kurzsichtige Menschen, sind die Möglichkeiten nicht ganz so spektakulär. Bei diesen Gläsern ist die dünnste Stelle in der Mitte. Die Dicke des Glases nimmt zu, je weiter man von diesem Zentrum weg geht.

Nehme ich also eine große Fassung mit großen Gläsern, so wird das Glas am Rand entsprechend dicker.

Hier muss man dann mehr über den Brechungsindex des Brillenglasmaterials arbeiten um ästhetisch schöne Brillengläser zu erhalten.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass es für die Brillenglasdicke sowohl bei Kurzsichtigen, als auch bei Weitsichtigen von Vorteil ist eine möglichst kleine Fassung zu wählen.

Verschiedene Glaskonzepte und Situationen benötigen allerdings eine gewisse Fassungsgröße. Die Kunst für uns liegt also darin, eine Fassung zu finden, die von der Größe und den Proportionen gut ins Gesicht passt, alle benötigten Sehbereiche angenehm ins Glas passen und gleichzeitig die Gläser noch ästhetisch dünn und leicht bleiben.

Beim nächsten Mal geht es dann um die weiteren Methoden ein Brillenglas dünn gestalten zu können.

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Autor: Kay Dollt

Als Augenoptikermeister ist er seit 5 Jahren Mitglied im Optiker Schütz Team. Außer um die Webpräsenz und die Blogberichte kümmert er sich natürlich um sämtliche Belange unserer Kunden rund um die Kontaktlinse und Brille. Was er mag: www - und alles was damit zu tun hat Was er überhaupt nicht mag: Wenn wider Erwarten unsere "Jura" streikt...

Dieser Artikel hat 7 Kommentare

  1. Pia Chutte on 11. Februar 2010 at 15:02 Antworten

    Komm grad hier vorbei, schoene Idee find ich

  2. Matthias on 12. Februar 2009 at 08:30 Antworten

    Guten Morgen!

    Und da ich keinen Feedreader nutze, folge ich dir in Twitter.

  3. Tom on 9. Februar 2009 at 18:56 Antworten

    Ich hab eure Seite eh schon in meinem Feed-Reader. Mir kann also nichts mehr entgehen.

  4. Tom on 9. Februar 2009 at 18:51 Antworten

    In meiner Gleitsichtbrille brauche ich doch aber eine gewisse Größe für die verschiedenen Zonen, oder?

    • Kay Dollt on 9. Februar 2009 at 18:55 Antworten

      Hey Tom,

      genau.. es gibt sehr oft Situationen, in denen man für einen besseren Sehkomfort, oder eine modischere Optik auf diesen Punkt verzichten muss, bzw. diesen Punkt in der Prioritätenliste etwas zurück stellt.
      Wie im Beitrag schon geschrieben, gibt es aber noch mehr Möglichkeiten um die Dicke des Brillenglases in Griff zu bekommen.

      Schau einfach in den kommenden Tagen mal wieder hier vorbei, dann findest du den Folgeartikel 😉

      Grüße

      Kay

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