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Das Mysterium Zylinder

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Aus meiner täglichen Erfahrung weis ich, das die meisten Nicht-Optiker mit dem Begriff Zylinder nicht viel anfangen können. Die Werte, die man auf dem Brillenpass stehen hat, machen nur teilweise Sinn.

Um in dieses Mysterium einmal etwas Licht zu bringen versuche ich heute einmal den Zylinder zu erklären.

ZylinderZylinder

Die beiden Bilder zeigen eine topografische Aufnahme einer Hornhaut (3D-Simulation).

Der Zylinder selbst stellt lediglich eine Korrektur einer bestimmten Fehlsichtigkeit dar. Die so genannte Stabsichtigkeit wird durch den Zylinder korrigiert.

Stabsichtigkeit bedeutet lediglich, dass die Hornhaut in 2 verschiedenen Richtungen unterschiedliche Krümmungsradien und damit unterschiedliche Brechkraft hat. Bildlich kann man sich das Ganze so vorstellen, dass Auge ist nicht Rund wie ein Ball, sondern ist meist durch Lidspannung oder ähnliches von oben und unten leicht gedrückt, als ob man sich auf einen Ball drauf setzt. So ist das Auge von oben nach unten stärker gekrümmt als von links nach rechts. Auf den beiden Bildern ist sehr gut zu erkennen, dass eine Richtung wesentlich stärker gekrümmt ist, als die Andere. Diesen Krümmungsunterschied besitzt praktisch jedes Auge. Im Optimalfall wird diese Differenz in den Augenmedien korrigiert. Wenn das Gegenstück im Auge nicht zur völligen Korrektion reicht, wird der Rest im Brillenglas bzw. der Kontaktlinse korrigiert.

Diese Korrektur ist dann der so genannte Zylinder. Er gibt also die Differenz der beiden Korrektionsrichtungen an.

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Autor: Kay Dollt

Als Augenoptikermeister ist er seit 5 Jahren Mitglied im Optiker Schütz Team. Außer um die Webpräsenz und die Blogberichte kümmert er sich natürlich um sämtliche Belange unserer Kunden rund um die Kontaktlinse und Brille. Was er mag: www - und alles was damit zu tun hat Was er überhaupt nicht mag: Wenn wider Erwarten unsere "Jura" streikt...

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