Archiv für die Kategorie ‘Low Vision’

Immer wieder verlieren Menschen durch eine Erkrankung der Augen ihre gute Sehleistung. Gerade die Altersbedingte Maculadegeneration (AMD) trifft in den letzten Jahren mehr und mehr Menschen.
Die erheblich sinkende Sehleistung macht viele normale Alltagsdinge plötzlich zur wirklich schweren Aufgabe.

In den letzten Jahren wurde sehr viel in die Forschung investiert um die Krankheit möglichst bald heilen oder lindern zu können. Die Fortschritte die hier erzielt wurden, sind bereits deutlich zu spüren.
Zudem entwickelt auch die Hilfsmittelindustrie immer wieder neue Dinge, um das Leben mit einer reduzierten Sehleistung zu meistern.

Einfache Dinge, wie eine sprechende Uhr, die einem per Knopfdruck die aktuelle Tageszeit vorliest, sind kleine Helferchen mit großer Wirkung.
Bei der hier vorgestellten Uhr handelt es sich um eine Funkuhr. Das lästige Einstellen der exakten Zeit ist somit überflüssig.

In dieser hochwertigen Variante liegt eine solche Uhr bei ca. 100 Euro. Einfachere Uhren ohne Funk und schlichterem Design sind bereits zwischen 20 und 30 Euro zu kaufen.

Gestern hatte ich in Twitter bereits kurz über eine LowVision Anpassung berichtet. Ich hatte gestern einen Herrn zu Gast, der auf Grund einer Altersbedingten Maculadegeneration (AMD) eine sehr schlechte Sehleistung hat.

Normale Alltagsdinge bereiten einem dann plötzlich große Schwierigkeiten.

In einer LowVision Anpassung stellen wir neben der bestmöglichen Korrektion auch den Vegrößerungsbedarf des Kunden fest. Ist hier ein Wert gefunden, lassen sich für diverse Situationen Hilfsmittel finden, mit denen man den Betroffenen das Leben um eines einfacher machen kann.

Die Lösung am gestrigen Tag, war die MaxTV Brille der Firma Eschenbach. Die spezielle Brille wirkt wie ein Fernglas und vergrößert den heimischen Fernseher auf die doppelte Größe.

Um sicher zu gehen, dass der Kunde die Brille an seinem heimischen Fernseher gut nutzen kann, konnte er unser Vorführmodel mit nach Hause nehmen und dies in den kommenden Tagen ausgiebig testen.

Ich bin gespannt, was er mir an unserem kommenden Termin zu berichten hat.

Bild: http://www.eschenbach-optik.com

Ein Handy für Blinde – Das iPhone

Mittwoch, 02. September 2009

Seit einiger Zeit bin ich bei Handy und Computern auf Apple Produkte gewechselt. Was mir im Hinblick auf meine LowVision Kunden sehr gut gefallen hat, sind die Funktionen die hier für schlecht sehende Menschen eingebaut wurden.

Gerade beim iPhone 3GS leistet die Voile-Over Funktion großartige Dienste. Zusätzlich kann die Ausgabe des Bildschirms beliebig vergrößert werden.

Natürlich muss man als schlecht sehender Mensch einmal herausfinden, ob man mit einem Touchscreen zurecht kommt. Wenn dies der Fall ist, bietet dieses Handy großen Komfort.

Einen ausführlichen Erfahrungsbericht zum neuen iPhone stellte Marco Zehe ins Internet. Als blinder EDV-Berater und Qualitätsbeauftragter für Barrierefreiheit für Mozilla weiß er sehr gut auf was zu achten ist.

Hier geht’s direkt zum Erfahrungsbericht.

Aus der Kategorie: Low Vision

Gestern berichtete André auf „Basic Thinking“ über ein Smartphone für Blinde. Dieses Thema möchte ich hier doch direkt einmal aufgreifen.

Die Bedienung von althergebrachten Handys und Telefonen mit Ziffernblock (die mit dem kleinen Knübbelchen auf der 5) dürfte für Blinde keine allzu großen Probleme darstellen – doch anders sieht es bei Smartphones mit Touchdisplay aus (das angekündigte Voice-Dial von Apple will ich erst einmal live erleben). Der Designer Zhenwei You hat sich deshalb eine Alternative einfallen lassen und das B-Touch ersonnen, das sich alleine durch akustische und taktile Reize verständlich macht. Dafür kann sich das Display je nach Situation verändern und zum Beispiel Brailleschrift darstellen. Mit Flüssigkeit gefüllte Knöpfe informieren über den Zustand des Weges, außerdem ist eine Art Sonar an Board, das dem Blinden sagt, wenn Hindernisse vor ihm auftauchen. Besonders hilfreich dürfte die Kamerafunktion sein, die geschossene Bilder mit einer (internen?) Datenbank abgleicht und dem Nutzer sagt, um was für einen Gegenstand es sich handelt. Auf GPS braucht ebenfalls nicht verzichtet zu werden.

Bei unseren LowVision Terminen sehen wir immer wieder, wie schwer die Umwelt zu bewältigen ist, wenn der Mensch das Augenlicht nicht mehr zur Verfügung hat. Ein solches Handy könnte daher einen echten Fortschritt mit sich bringen.

Vielleicht findet sich in der Industrie einen Geldgeber, der es wagt das Konzept auszubauen und in die Fertigung zu bringen.

Für die Deutschlandweit über 1 Million „schwachsichtigen“ Menschen, wäre es sicher eine große Hilfe.

Heute gab es Nachrichten der Firma Eschenbach. In einem Infoschreiben wurde uns das neue Gerät „Fusion“ vorgestellt.

Als mobiles Lesegerät sieht es aufgebaut aus wie ein kleiner Laptop mit Maus. Die Kamera ist in der „Maus“ integriert und wird dabei über den Text bewegt. Mit Hilfe des „Scroll-Rades“ kann der Vergrößerungsfaktor zwischen 6 und 16 fach gewählt werden.

Der Text wird vergrößert auf einem 7“ großen Monitor ausgegeben.

Das System gefällt mir sehr gut, da die Handhabung sicher gut ankommt. Wir werden uns das Gerät in den kommenden Tagen einmal in Live ansehen und über die Eindrücke berichten.

Alle die mehr Details benötigen, können hier den Produktflyer einsehen.

Lupe zum lesen der Tageszeitung

Mittwoch, 25. Februar 2009

Anfang des Jahres wurde die neue Twin-Lux LED der Firma Schweizer vorgestellt. Heute hatten wir die neu entwickelte Leselupe zum ersten Mal im Kundeneinsatz.

Der Kunde war begeistert von der Vergrößerung, sowie der Helligkeit der Lupe.

Die Firma Schweizer hat zur Steigerung der Vergrößerung eine 8dpt Linse mit einer 6dpt Linse kombiniert. Herausgekommen ist eine Lupe mit 4 facher Vergrößerung.

Toll an der Lupe ist die Breite. Sie wurde so gewählt, dass eine Spalte der Tageszeitung optimal ins Sichtfenster passt.

Eine tolle Entwicklung, an der wir sicher noch des Öfteren Spaß haben werden.

Neue Geräte für Schlechtseher

Montag, 26. Januar 2009

Mit leicht dicken Füßen vom vielen Laufen auf der Messe am Wochenende, melden wir uns heute hier im Blog zurück. Einige haben vielleicht unsere  Kurz-Updates im Twitter verfolgt.
In den kommenden Tagen werden wir die Neuheiten präsentieren, die wir auf der Opti entdeckt haben.

Starten werden wir heute in einem Beitrag über die neuen Geräte der Firma Tieman. Letzte Woche haben wir bereits über das Prospekt zum neuen FarView berichtet.
Um dieses Gerät einmal im Einsatz zu begutachten, sind wir zum Messestand der Firma Tieman gegangen. Überrascht waren wir, dass der FarView lange nicht die einzige Neuheit war, die präsentiert wurde.
Doch erst einmal der Reihe nach.

Tieman - Optelec - FarView

Beim FarView handelt es sich um ein Mobiles Lesegerät. Es ist etwas größer als der Compact+, hat im Vergleich zu diesem aber auch einige Funktionen mehr.
Neben der Vergrößerungsfunktion für Schriftstücke, kann man den FarView auf die Ferne umschalten und so Bilder von entfernten Dingen aufnehmen. Es können bis zu 100 Bilder gespeichert werden, die man im Nachhinein vergrößern kann.

Ich kann also z.B. ein Straßenschild „fotografieren“, danach das Bild in Ruhe vergrößern und den Bildausschnitt bewegen. Wenn ich das richtige Objekt auf dem Bildschirm habe, kann ich nun den Kontrast erhöhen, und verschiedene Farbmodi auswählen.

Es ist für uns sehr interessant, da es die Möglichkeit bietet, auch entfernte Dinge zu vergrößern. Zum Compact+ gibt es noch den weiteren Vorteil, dass es einen VGA und USB Anschluss bietet. Es ist also möglich einen Fernseher anzuschließen, bzw. die Bilder auf dem Computer weiter zu nutzen.

Die weiteren Funktionen des FarView im Vergleich zum Compact+ haben natürlich ihren Preis. Das Gerät liegt mit knapp 1.700 Euro beim doppelten Preis des Compact+.

Eine weitere Neuerung, die uns präsentiert wurde, waren Breitbild Monitore an den Bildschirmlesegeräten. Eine technische Neuerung, nach der wir bereits häufiger gefragt hatten. Beim vergrößernden Lesen ist gerade die Breite sehr wichtig, weshalb ein 16:9 Bildschirm wirklich großen Sinn macht.

Interessant war ebenfalls der neuentwickelte Schwenkarm. Der Monitor war früher lediglich Höhenverstellbar. Nun lässt er sich auch gut zur Seite drehen, sollte einmal die Sonne auf das Gerät scheinen und die Sicht stören. Zum anderen lässt sich der Bildschirm komplett hochkant drehen. Das Gerät erkennt die Drehung von selbst und stellt das Bild wieder aufrecht.

Brandaktuell wurde uns eine weitere Neuentwicklung präsentiert, die noch in keiner Preisliste zu finden ist. Der Clear View+ Zero Button.

Gerade für ältere Menschen ist die Handhabung eines Bildschirmlesegerätes nicht immer leicht. Aus diesem Grund wurde beim Zero Button auf Bedienelemente komplett verzichtet. Bei der Anpassung legen wir mit dem Kunden fest, welche Größe und welche Farben er für das Lesen benötigt. Diese Stufe wird im Gerät per Barcode hinterlegt.

Der Kunde muss jetzt nur noch ein Schriftstück unter das Gerät legen und der Text wird automatisch auf die definierte Größe aufgezogen. Das Gerät zieht selbstständig verschieden große Texte am Bildschirm immer auf die identische Schriftgröße. Die Vorführung war wirklich faszinierend.

Im Bereich Vergrößernde Sehhilfen haben wir hier also echte Neuerungen, die wir im kommenden Jahr einsetzen können.

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