Archiv für die Kategorie ‘Häufig gestellte Fragen’

Gestern landete eine interessante Frage in meinem Emailpostfach. Bei dieser Jahreszeit könnte dies auch für andere Menschen interessant sein, deshalb hier noch einmal die Frage, sowie die Antwort.

Kann ich mein Kontaktlinsen Pflegemittel weiter nutzen, wenn es gefroren war?

Sollten Sie ihr Pflegemittel bei dieser Jahreszeit mal im Auto vergessen haben und es am nächsten Tag gefroren wieder finden, entsorgen sie dieses.

Durch das Gefrieren und Auftauen der Flüssigkeit verliert die Lösung ihre desinfizierende Wirkung.
Eine ausreichende Reinigungskraft ist somit nicht mehr gewährleistet.

An dieser Stelle also nicht sparen und in einem solchen Fall eine neue Flasche nutzen.

Wie minimiert eine Entspiegelung die Reflexe auf dem Brillenglas

Diese Frage hat mir letzte Woche ein Kunde gestellt, was mich dazu bringt die Erklärung auch hier einmal einzustellen.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass der Weg des Lichtes beim Wechsel vom Medium Luft in das Medium Brillenglas eine Änderung erfährt.
Außer der gewollten Brechung an der Glasfläche wird ein Teil des Lichtes reflektiert.
Die Brechung ist abhängig von der Glasstärke und wird im günstigsten Fall so gebrochen, dass exakt auf der Netzhaut ein scharfes Bild entsteht.

Der Teil des auftreffenden Lichtes, welcher sowohl an der Glasoberfläche, als auch im Brillenglas reflektiert wird, verursacht ein starkes Streulicht.

Dieses irritiert insbesondere bei nächtlichen Autofahrten, und auf regennasser Fahrbahn. Aber auch bei der Computerarbeit wird unter Umständen der Spiegeleffekt des Bildschirmes durch unentspiegelte Brillengläser geradezu verdoppelt. Überanstrengung und Ermüdung sind die Folge.

Eine weitere Folge der Reflexe ist eine reduzierte Lichtdurchlässigkeit, und eine geringere Transparenz des Brillenglases, die Kontraste werden gemindert. Das Brillenglas wird auf Grund dieser Fehler als „schmutzig” bezeichnet.

Da nicht nur das von vorne auftreffende Licht reflektiert wird, sondern auch das, welches von hinten auf das Glas auftrifft, wird das Auge im Brillenglas gespiegelt, was auch wiederum zu irritierenden Fehlbildern führt.

Ein weiteres, wichtiges Argument für die Entspiegelung ist der kosmetische Effekt!

Durch die höhere Transparenz des entspiegelten Brillenglases, nimmt der Betrachter, bzw. Gesprächspartner, keine störenden Reflexe wahr, die Augen des Brillenträgers werden ganz klar, fast als wenn keine Brillengläser vorhanden werden, wahrgenommen. Die Brille wird bedeutend attraktiver.

Doch wie wirkt nun die Entspiegelung?

Auf das Brillenglas werden je nach Qualitätsstufe mehrere, hauchdünne Schichten aufgedampft, die diese Reflexe im besten Fall nahezu komplett auslöschen. Man nennt diesen physikalischen Vorgang „die Interferenz der Lichtwellen”.

Bei den aufgedampften Schichten handelt es sich z.B. um Magnesiumflorid. Die Entspiegelungsschichten bewirken, dass vom gesamten Lichtspektrum (weißes Licht setzt sich aus allen Farben zusammen) eine Farbe (Wellenlänge) durch „Überlagerung der Lichtwellen” komplett ausgelöscht wird. (Ein Berg der einen Lichtwelle trifft auf ein Tal der anderen Lichtwelle und führt so zur Auslöschung.)

Je mehr Schichten auf das Glas aufgebracht werden, umso mehr Farben werden ausgelöscht und umso weniger Spiegelbilder sind auf dem Glas.

Die kleine Grafik stellt diesen Effekt sehr gut dar.

Wie dick diese Schicht im Endeffekt ist und wieso man nach einigen Jahren Alltagsgebrauch eine Ablösung von den Schichten erkennen kann, erklären wir in einigen Tagen in einem Folgeartikel.

Bildquelle: Carl Zeiss

Wie häufig wechselt man Pads (Nasenstege)

Mittwoch, 03. Dezember 2008

Nachdem ich gestern auf dem Geburtstag meiner Oma war, kam mir eine Idee für einen neuen Blogbeitrag. Ich wurde gefragt, ob es normal ist, dass man bei einer Brille diese Flügel an der Nase manchmal tauschen muss.

Silikonpads BrilleDiese Pads, oder (Nasen-)Stege sind Verschleißteile. Ähnlich wie die Bremsbeläge am Auto, müssen sie in gewissen Abständen getauscht werden.

Wie lange diese Intervalle sind hängt zum einen von den Materialien dieser Pads ab. Zusätzlich kommt es noch sehr auf die Hautbeschaffenheit des Trägers an.

Weiche Pads aus Silikon haben den Vorteil, dass sie sich sehr gut an die leichten Unebenheiten der Nasenwand anpassen und so eine perfekte Verteilung des Brillengewichts gewährleisten. Das Silikon wird dafür etwas schneller trüber, da es auf den Schweiß und Körperfette reagiert.
Silikonpads muss man in der Regel bei der jährlichen „Inspektion” der Brille erneuern.

Harte Pads gibt es in unterschiedlich edlen Varianten. Die Einfachste ist ein stabiler Kunststoff. Die Harten Pads reagieren weniger auf Schweiß und Fette und halten so einige Zeit länger.
Sollten Sie unter Allergien leiden, helfen oft harte Pads aus Glas. Diese edleren Pads bieten eine sehr glatte Oberfläche und sind für die meisten Allergiker ohne Beschwerden verwendbar.

Die edelste Variante unter den harten Pads sind die Nasenstege aus Büffelhorn. Der Naturwerkstoff ist so angenehm zu tragen, da er die Haut durch seine Poren atmen lässt. Da es ein Naturwerkstoff ist, erkennt man Büffelhornpads an ihrem dunklen Braunton.

Harte Pads sollten alle 1-3 Jahre gewechselt werden.

Häufig kommt während einer Anpassung die Frage, was denn passiert wenn man zu stark am Auge reibt. Kann die Kontaktlinse hinter das Auge rutschen?

Diese Frage kann man mit einem klaren NEIN beantworten. Grund hierfür ist die Bindehaut. Die Bindehaut (in der Abbildung schwarz dargestellt) ist sowohl am Auge, als auch in der Augenhöhle angewachsen. Sie bietet dem Auge soviel Spiel, dass es in alle Richtungen blicken kann. Durch diese Schutzmaßnahme ist gewährleistet, dass keine Fremdkörper in die Augenhöhle vordringen können.

Es kann also nichts passieren. Sollte man die Kontaktlinse durch starkes reiben im Auge so verschoben haben, dass sie nicht mehr zentral sitz, kann sie sich lediglich zusammengefaltet haben und unter dem Unter- bzw. Oberlid liegen.
In diesem Falle einfach die Ruhe bewahren, vor den Spiegel stehen und die Kontaktlinse suchen.

Wie Sie dies am systematischsten tun, haben wir Ihnen per Foto demonstriert.
Einfach den Blick nach oben nehmen und das Unterlid abheben. So können Sie in die untere Umschlagfalte der Bindehaut blicken. Anschließend dasselbe Spiel mit dem Oberlied. Dies sollte man leicht vom Auge abziehen um gut darunter blicken zu können.

Sollten Sie die Kontaktlinsen absolut nicht finden, suchen Sie Ihren Kontaktlinsenspezialist auf und lassen Ihn mit dem Mikroskop nach der Kontaktlinse suchen.

Generell ist dies mit einem speziellen Sauger möglich. Die „Sauger” kommen ursprünglich aus dem Bereich der formstabilen (harten) Kontaktlinsen. Hier werden sie dazu genutzt, die Kontaktlinse vom Auge zu nehmen. Seinen Namen hat das gute Stück durch die Saugwirkung, die das Hilfsmittel mit sich bringt.

Genau aus diesem Grund darf ein „normaler” Sauger auch nicht für weiche Kontaktlinsen benutzt werden. Weder zum Absetzen noch zum Aufsetzen der Kontaktlinsen.
Die flexible Form der weichen Kontaktlinse verhindert, dass sie sich vom Auge entfernen lässt. Schlechter noch, der Sauger kann samt der Linse auf dem Auge haften.

Mit dem „Magic Touch” Aplikator, einem speziellen Weichlinsensauger, ist es möglich eine Kontaktlinse aufzusetzen. In der Mitte der Aufnahmefläche befindet sich ein Loch, wodurch der Aplikator keine saugende Wirkung hat. Verständlich, dass dieses Hilfsmittel deshalb auch lediglich zum Aufsetzen der Kontaktlinsen geeignet ist, nicht aber zum Absetzen.

Wieso sollte ein „Sauger” also von Vorteil sein?

Bei Multifokalen Kontaktlinsen, oder Linsen mit starken Pluswirkungen, hat die KL bedingt durch ihre Geometrie eine sehr kleine Auflagefläche auf der Fingerkuppe. Bewegt man nun die Kontaktlinse auf dem Finger  zum Auge, kann diese leicht runter fallen.

Eine viel größer Auflage bietet der Magic Touch.

Zudem können so die Handlinggravur, sowie umgestülpte Kontaktlinsen einfacher erkannt werden.

Wenn Sie sich bezüglich dieses Artikels wieder erkennen, sei es dass Ihre Kontaktlinse beim Aufsetzen regelmäßig vom Finger fällt, oder dass Sie Schwierigkeit mit dem Sehen der Gravuren ist, dann lassen Sie sich von Ihrem Anpasser bezüglich eines passenden Saugers beraten.

Diese Frage bekommen wir recht häufig gestellt. Seit der Krankenkassenreform Ende 2003 sind Sehhilfen, wie Brille oder Kontaktlinsen, für die meisten Menschen gestrichen worden.

Einen Zuschuss gibt es nur noch für Menschen unter 18 Jahren. Darüber hinaus nur für Menschen mit einer starkern Sehbeeinträchtigung oder Augenerkrankungen.

Als eine starke Sehbeeinträchtigung zählt leider nicht eine hohe Stärke zu haben. Sollten Sie also z.B.  -12,00dpt in ihren Kontaktlinsen haben, wird sich die gesetzliche Krankenkasse nicht daran beteiligen.
Eine starke Sehbeinträchtigung liegt vor, wenn man mit dem besseren Auge weniger als 30% sieht – mit Brille oder Kontaktlinsen wohlgemerkt.

Anders sieht die Sache bei einem Keratokonus aus. Die Korrektur dieser krankhaften Veränderung der Hornhaut mit Kontaktlinsen, wird unter gewissen Voraussetzungen von der Krankenkasse unterstützt. Unter anderem müssen die Radien der Hornhaut unter 7mm sein.

Sind alle Kriterien erfüllt, kann ein Kostenvoranschlag an die Krankenkasse gestellt werden. Es gibt hier keine Regelsätze, die erstattet werden. (Jede dieser Anpassungen ist einzigartig.)

Aus unserer Erfahrung können wir berichten, dass ein gut dokumentierter Kostenvoranschlag an die Krankenkasse in über 90% der Fälle akzeptiert wird.

Je nach Anpassfall werden zwischen 70% und 100% der veranschlagten Kosten von der Krankenkasse übernommen.

Ich denke, ich konnte mit diesem Text die wesentlichen Fragen beantworten. Gerne gehen wir auf offene Fragen näher ein.

Keratokonus

Messbrille gegen Phoropter
Die Refraktion ist die Bestimmung der Augenwerte, bzw. der Brillenglasstärke.

Die Refraktion kann mit dem Phoropter oder der Messbrille durchgeführt werden.

Der Phoropter ist ein starres Gerät, welches per Schwenkarm vor dem Gesicht des Kunden fixiert wird. Der Kunde blickt durch 2 Öffnungen auf die Sehtesttafel. In diesem Gerät sind alle erdenklichen Glaskombinationen einstellbar.

Dieser Apparat ermöglicht ein bequemes und schnelles Ermitteln der Werte. Es wird rasch zwischen verschiedenen Linsen hin- und hergeschaltet. Dies hat jedoch seine Grenzen wenn hohe Genauigkeit gefragt ist.
Aufgrund der tunnelartigen Sehanordnung, der starren Haltung hinter dem Gerät, sowie der fehlenden individuellen Einstellbarkeit kann ein erstklassiges Ergebnis NICHT erreicht werden.

Die Messbrille hat den großen Vorteil, dass sie sich den Kopfbewegungen des Kunden anpasst. So hat er Bewegungsfreiheit während der ganzen Messung. Die Vorraussetzung für ein natürliches Sehen mit Brille ist erfüllt.

Gerade beim Blick in die Nähe finden Kopfbewegungen, bzw. -senkungen statt.

Sowohl beim Lesen am Schreibtisch als auch beim Lesen im Sessel ist der Kopf nach unten geneigt. Deshalb ist gerade für die Ermittlung der Nah- und Zwischenstärken Messbrille perfekt geeignet.

Ein weiterer Vorteil der Messbrille ist die individuelle Anpassbarkeit. Der so genannte Hornhautscheitelabstand oder auch die Tatsache der unterschiedlich hohen Augen kann bei der Messbrille berücksichtigt und entsprechend eingestellt werden. Daher ist es uns möglich, die Gläser optimal vor dem Kundenauge zu platzieren und ihm so „freie”, uneingeschränkte Sicht nach vorne zu bieten.

Ferner ist es in speziellen Fällen durch die Messbrille möglich, mit dem Kunden nicht nur im eingeschränkten Refraktionsraum, sondern „vor dem Laden”, also unter authentischen Bedingungen, nochmals einen „Feinabgleich” vorzunehmen.

Da insbesondere Gleitsichtgläser der neuesten Generation hochmoderne Entwicklungen sind, ist für den Seherfolg mit diesen Gläsern eine exakt und individuell gemessene Brillenstärke unabdingbar.

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