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Wenn Kinder nicht lesen können

Donnerstag, 10. April 2008

Kind mit Akkommodations SpasmusAnfang der Woche war der Sohn einer guten Kundin bei uns zur Stärkenüberprüfung, da er seit einigen Tagen klagte, er sehe schlechter. Routinemäßig haben wir dem zwölfjährigen jungen Mann seine bisherigen Stärken in die Messbrille gesetzt und festgestellt, dass seine vorhandenen leichten Plusstärken etwas mehr sein könnten.

Beim folgenden Test in der Nähe ist uns aufgefallen, dass der junge Mann nichts lesen konnte. Natürlich haben wir ihn samt Mutter direkt zum Augenarzt weiter geschickt um das ganze medizinisch abklären zu lassen.
Laut Arzt liegt bei ihm eine Verkrampfung des Muskels vor, der für die Akkommodation, also die Scharfstellung in der Nähe, zuständig ist.
Da dies nach der Meinung des Arztes wohl nur vorübergehend der Fall sein wird, bekommt er nun ein gutes altes Bifokalglas um ihn bei der Sicht in die Nähe zu unterstützten.

So kann er wieder voll am Schulunterricht teilnehmen ohne seinen Mitschülern hinterher zu hängen.

KinderbrilleHeute widmen wir uns einmal den kleinen Brillenträgern, den Kindern. Bei unserer Sehtestaktion an der Schanzschule konnten wir feststellen, dass bei diesem Thema noch Aufklärungsbedarf besteht. Die leider noch vorherrschende Meinung, Kinderbrillen wären nicht schön und die Kinder werden damit gehänselt, gehört eigentlich der Vergangenheit an.

Heutzutage bieten die Hersteller nicht mehr die 08/15 Design Fassungen die es vor 20 Jahren noch gab, sondern die Kollektionen überzeugen durch farbenfreudige trendige Formen.

Gerade bei der ersten Brille ist es sehr wichtig, dass das Kind die Fassung selbst aussucht. Es soll sich mit der Brille identifizieren können und somit schnell Lust am Brille tragen bekommen.

Bei der Auswahl der Fassung gibt es allerdings einige Dinge zu bedenken. Die Fassung muss der Anatomie des jungen Brillenträgers entsprechen um dessen Bewegungsfreiheit nicht einzuschränken. Sie richtet sich nach der Größe der Augenhöhlen und des Abstandes der beiden Augen zueinander.
Die Fassung darf die Wangenknochen nicht berühren um dort keine Auflagestellen zu erzeugen. Die Bügel sollten möglichst am Schläfenrand entlang laufen und keinen zu großen Abstand haben um das Spielen nicht zu stören.

Die Fassung selbst sollte möglichst stabil und elastisch sein, da die Kinder ihr beim Spielen sehr viel zumuten. Das Gewicht sollte möglichst gering sein, damit keine Druckstellen entstehen. Ein unangenehmes Tragegefühl zerstört schnell die Lust am Brilletragen.

Titan ist daher als Fassungswerkstoff sehr gut geeignet. Es ist robust, sehr leicht und Nickelallergiefrei, sollte dies bei Ihrem Kind ein Problem sein.
Gerade bei Kindern sehr sinnvoll ist ein eingebautes Federscharnier. Es sorgt dafür, dass bei Druck auf den Bügeln dieser nicht gleich verbiegt. Die Steigerung eines solchen Scharnierteils ist der Werkstoff TITANflex. Dieser ist in sich elastisch. Er bietet die Vorteile der Titanfassung und ist zudem sehr schwer kaputt zu bekommen. Ideal also für Kinderbrillen.

Eine weitere Überlegung sind Sportbügelenden, die an allen Kinderfassungen ohne Probleme auch nachträglich montiert werden können. Dies sind spezielle Bügelenden die elastisch ums komplette Ohr herumgezogen sind und kurz vor dem Ohrläppchen enden. So hat die Fassung einen optimalen Halt.

Bei kleinen Kindern mit schwach ausgeprägten Nasen, bzw. Stupsnasen die kaum Auflagefläche bieten sind Sattel- bzw. Schlaufenstege sinnvoll. Diese ersetzen die normalen Nasenpads. Sie haben rund herum eine Auflagefläche, was den Sitz der Brille deutlich verbessert.

Sollten Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben beantworten wir Ihnen diese gern.

>> Hier << erhalten Sie noch eine sehr interessante Lektüre über Kinder und Brillen zusammengestellt vom Kuratorium Gutes Sehen (KGS)

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